Ratgeber

Berufsunfähig durch Makuladegeneration: Zahlt die BU?

Berufsunfähig durch Makuladegeneration: Zahlt die BU?
Krankheitsbild
Netzhauterkrankung (AMD)
BU-Leistung ab
50 % Einschränkung, 6 Monate
Neuabschluss
Augenleiden oft mit Ausschluss

Das Wichtigste in Kürze

  • Makuladegeneration kann berufsunfähig machen, vor allem in Berufen mit hohen Anforderungen an das Sehvermögen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn du deinen Beruf voraussichtlich sechs Monate zu unter 50 Prozent ausüben kannst.
  • Die Makuladegeneration ist eine Netzhauterkrankung, bei der die Sehkraft im Zentrum des Blickfelds nachlässt. Sie ist die häufigste Ursache für starken Sehverlust im Alter.
  • Beim Neuabschluss werden Augenerkrankungen wie eine Netzhautdegeneration von fast allen Versicherern kritisch bewertet, oft mit Ausschluss oder Ablehnung.
  • Kläre deine Chancen mit einer anonymen Risikovoranfrage und prüfe Alternativen.

Das Sehvermögen ist für fast jeden Beruf entscheidend. Lässt es durch eine Makuladegeneration nach, steht die Arbeitskraft auf dem Spiel. Für Betroffene stellt sich die Frage, ob Makuladegeneration berufsunfähig macht und ob die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt. Hier erfährst du, was hinter der Augenerkrankung steckt, wann die BU leistet und wie du dich mit einem Augenleiden absicherst.

Noch keine BU? Mit einer Augenerkrankung ist eine anonyme Risikovoranfrage der sichere Weg, um deine Chancen ohne aktenkundige Ablehnung zu prüfen.

Was ist Makuladegeneration?

Die Makuladegeneration ist eine Erkrankung der Netzhaut, genauer der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens im Auge. Die häufigste Form ist die altersbedingte Makuladegeneration, kurz AMD. Bei ihr lässt die Sehkraft im Zentrum des Blickfelds nach, während der Randbereich zunächst erhalten bleibt. Betroffene sehen in der Mitte verschwommen oder verzerrt und können Gesichter, Schrift oder Details schlecht erkennen.

Man unterscheidet die trockene und die feuchte Form. Die trockene AMD schreitet langsam voran, die feuchte kann die Sehkraft rasch verschlechtern. Die Makuladegeneration ist die häufigste Ursache für schwere Sehschwäche und Erblindung bei Menschen über 50. In fortgeschrittenen Jahren kann die Erkrankung bis zur praktischen Erblindung im zentralen Sehfeld führen. Heilbar ist sie bisher nicht, auch wenn sich der Verlauf mit Behandlung oft verlangsamen lässt und viele Betroffene lange normal sehen.

Wann macht Makuladegeneration berufsunfähig?

Ob eine Makuladegeneration berufsunfähig macht, hängt vom Ausmaß des Sehverlusts und von deinem Beruf ab. Besonders betroffen sind Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an das Sehvermögen: Berufskraftfahrer, Piloten, Menschen mit viel Bildschirm- oder Feinarbeit, im Handwerk oder in der Kontrolle. Wenn scharfes Sehen für deinen Beruf unverzichtbar ist, kann schon eine mittlere Sehschwäche die Ausübung unmöglich machen. Als Folge der Beschwerden können viele Tätigkeiten nicht mehr wie gewohnt erledigt werden.

Berufsunfähigkeit im Sinne der Versicherung liegt vor, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate zu unter 50 Prozent ausüben kannst. Bei einem Beruf, der stark vom Sehen abhängt, ist diese Schwelle bei fortschreitender Makuladegeneration schnell erreicht.

Zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung bei Makuladegeneration?

Grundsätzlich zahlt jede Berufsunfähigkeitsversicherung auch bei einer Makuladegeneration, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Entscheidend ist der Nachweis, wie stark der Sehverlust deine berufliche Leistungsfähigkeit einschränkt. Der Versicherer will nachvollziehen können, welche Tätigkeiten dir wegen der eingeschränkten Sehkraft nicht mehr möglich sind.

Sammle deshalb alle augenärztlichen Befunde, Sehtest-Ergebnisse und Nachweise über deine Behandlung. Je besser der Zusammenhang zwischen deinem Sehvermögen und den Anforderungen deines Berufs belegt ist, desto reibungsloser läuft der Leistungsantrag. Ein Bericht deines Augenarztes ist dabei die wichtigste Grundlage.

BU mit Makuladegeneration abschließen: das ist zu beachten

Schwierig wird es, wenn du dich erst nach der Diagnose absichern willst. Netzhauterkrankungen wie die Makuladegeneration gehören zu den Augenleiden, die fast alle Versicherer kritisch bewerten, weil sie in schweren Fällen zur Erblindung führen können. Bereits eine dokumentierte Diagnose erschwert den Versicherungsschutz erheblich. Häufig führt das zu einem Ausschluss für Augenerkrankungen oder zu einer Ablehnung. Bei einem Ausschluss zahlt die Versicherung später nicht, wenn die Berufsunfähigkeit gerade auf das Auge zurückgeht.

Beantworte die Gesundheitsfragen trotzdem immer vollständig und wahrheitsgemäß. Verschweigst du die Diagnose, kann der Versicherer im Leistungsfall vom Vertrag zurücktreten (vorvertragliche Anzeigepflicht). Der sicherste Weg ist eine anonyme Risikovoranfrage. Dabei prüfen mehrere Versicherer deinen Fall, ohne dass eine mögliche Ablehnung aktenkundig wird.

Klappt der reguläre Schutz nicht, gibt es Alternativen. Eine Grundfähigkeitsversicherung sichert unter anderem die Grundfähigkeit Sehen ab und stellt geringere Gesundheitsanforderungen. Auch eine Absicherung ohne umfangreiche Gesundheitsfragen kann je nach Situation ein Weg sein.

Anspruch auf die BU-Rente durchsetzen

Hast du deine Police vor der Diagnose abgeschlossen, hast du im Leistungsfall Anspruch auf die BU-Rente. Als Versicherter musst du belegen, dass die Makuladegeneration deine berufliche Leistungsfähigkeit erheblich und voraussichtlich über sechs Monate einschränkt, damit die Leistungen fließen. Lehnt der Versicherer ab, ist das nicht das letzte Wort. Welche Rechte du dann hast, liest du unter BU zahlt nicht.

Hinweis: Dieser Ratgeber ist keine medizinische Beratung und ersetzt keine augenärztliche Diagnose. Es geht um die versicherungsrechtliche Seite: wann die Berufsunfähigkeitsversicherung bei Makuladegeneration leistet und wie du dich absicherst.

Fazit: Makuladegeneration und Berufsunfähigkeit

Eine Makuladegeneration kann vor allem in sehintensiven Berufen zur Berufsunfähigkeit führen. Ob die BU zahlt, entscheidet nicht die Diagnose allein, sondern die konkrete Einschränkung deiner Arbeit über mindestens sechs Monate. Wer noch gesunde Augen hat, sichert die Arbeitskraft früh ab, denn Augenleiden erschweren den Neuabschluss stark. Mit bestehender Diagnose sind eine anonyme Risikovoranfrage und der Blick auf Alternativen der beste Weg.

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Häufige Fragen

Macht Makuladegeneration berufsunfähig?
In sehintensiven Berufen ist das möglich. Berufsunfähig bist du, wenn du deinen Beruf wegen des Sehverlusts voraussichtlich sechs Monate zu unter 50 Prozent ausüben kannst.
Bekomme ich mit Makuladegeneration noch eine BU?
Der Neuabschluss ist schwierig. Netzhauterkrankungen führen oft zu einem Ausschluss für Augenerkrankungen oder zu einer Ablehnung. Eine anonyme Risikovoranfrage zeigt deine Chancen.
Welche Alternativen gibt es?
Eine Grundfähigkeitsversicherung, die unter anderem die Fähigkeit Sehen absichert, oder eine Absicherung ohne umfangreiche Gesundheitsfragen. Beide ersetzen die BU nicht vollständig, bieten aber Schutz.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Berufsverband der Augenärzte

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