Betriebsunf√§higkeitsversicherung ‚Äď Arbeitskraft von Unternehmern absichern

  • Absicherung von Betriebsunf√§higkeit wird durch eine BU erreicht

  • Selbstst√§ndige m√ľssen auf die Umorganisationsklausel achten

  • Erg√§nzung durch andere Versicherungen m√∂glich

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Wir empfehlen: Die Berufsunfähigkeitsrente sollte mindestens 70 % Ihres aktuellen Nettoeinkommens betragen.

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Das Wichtigste in K√ľrze

  • Gewerbetreibende und Freiberufler haben bei Ausfall der eigenen Arbeitskraft in der Regel keinen oder zumindest keinen ausreichenden Schutz durch die gesetzliche Rentenversicherung.
  • Der wichtigste Baustein der privaten Absicherung ist eine Berufsunf√§higkeitsversicherung. Kommt diese aufgrund von Beruf oder Vorerkrankungen nicht in Betracht, sind eine Grundf√§higkeitsversicherung oder eine Existenzschutzversicherung die zweitbeste Wahl.
  • Die Umorganisationsklausel in der Berufsunf√§higkeitsversicherung sollte so gefasst sein, dass keine wesentlichen Einkommenseinbu√üen zu bef√ľrchten sind.
  • Die Absicherung gegen Betriebsunf√§higkeit wird durch eine Ertragsausfallversicherung sinnvoll erg√§nzt. F√ľr einige Betriebsarten ist au√üerdem eine Betriebsschlie√üungsversicherung empfehlenswert.

Inhalt

Die Betriebsunf√§higkeitsversicherung ist ein Produkt, das es nicht gibt. Die h√§ufige Nachfrage zeigt aber: Bei Unternehmern, Solo-Selbstst√§ndigen, Gewerbetreibenden und Freiberuflern besteht erheblicher Bedarf, ihre Arbeitskraft im Betrieb abzusichern. Die Versicherungswirtschaft bietet daf√ľr verschiedene L√∂sungen. Kernst√ľck ist die Berufsunf√§higkeitsversicherung.

Sozialversicherung reicht nicht aus

Um den Leistungsumfang der gesetzlichen Rentenversicherung beurteilen zu k√∂nnen, muss man den Unterschied zwischen Berufsunf√§higkeit und Erwerbsunf√§higkeit kennen. Berufsunf√§hig ist, wer in seinem erlernten bzw. ausge√ľbten Beruf wegen Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten kann. Berufsunf√§higkeit ist gesetzlich nur noch im Rahmen des Bestandsschutzes versichert, und zwar f√ľr Versicherte, die vor dem 2. Januar 1961 geboren wurden. Erwerbsunf√§higkeit stellt dagegen auf irgendeinen Beruf ab, auch wenn damit nur ein geringeres Einkommen erzielt werden kann. Eine Absicherung der sozialen Stellung gibt es f√ľr j√ľngere Versicherte nicht. Die Rentenversicherung zahlt eine halbe Erwerbsminderungsrente, wenn die t√§gliche Erwerbsf√§higkeit unter sechs Stunden sinkt. Die volle Rente gibt es nur, wenn der Versicherte zu krank ist, um noch mindestens drei Stunden am Tag zu arbeiten.

Voraussetzungen im Versicherungsverlauf

Selbstst√§ndige haben ein weiteres Problem mit der Erwerbsminderungsrente: Oft haben sie gar keinen Anspruch, weil sie die Wartezeit von f√ľnf Jahren nicht erf√ľllen. Diese muss zudem mit Pflichtbeitr√§gen f√ľr drei Jahre belegt sein. Wer nur kurze Zeit oder nie gesetzlich rentenversichert war, hat √ľberhaupt keinen Anspruch auf Zahlungen aus der Rentenkasse. Eine private Berufsunf√§higkeitsversicherung ist dann sinnvoll.

Die Ertragsausfallversicherung ‚Äď Schwerpunkt Sachsch√§den

Die Ertragsausfallversicherung f√ľr Unternehmen ist auch unter dem Namen Betriebsunterbrechungsversicherung bekannt. Das klingt √§hnlich wie Betriebsunf√§higkeitsversicherung. Auch die g√§ngige Abk√ľrzung BU-Versicherung f√ľhrt zu Verwechslungen mit der ebenso abgek√ľrzten Berufsunf√§higkeitsversicherung. Versichert ist hier aber etwas anders. Die Ertragsausfallversicherung ist eine Erg√§nzung der Sachversicherung. Sie deckt den entgangenen Betriebsgewinn und die weiterhin anfallenden Fixkosten, wenn der Betrieb nach einem Sachschaden stillsteht. Versicherte Sachsch√§den sind zum Beispiel Feuer, Leitungswasser, Sturm und andere Naturgefahren oder Sch√§den an Maschinen und Elektronikanlagen. Nur wenige Deckungskonzepte schlie√üen einen krankheitsbedingten Ausfall des Inhabers oder anderer Schl√ľsselpersonen ein. Dennoch ist die Ertragsausfallversicherung ein wichtiger Baustein, der im Versicherungsschutz f√ľr Gewerbe nicht fehlen sollte.

Die Betriebsschließungsversicherung

Die Betriebsschlie√üungsversicherung ist eher ein Nischenprodukt, bekommt aber jetzt wegen der Covid-19-Pandemie hohe Aufmerksamkeit. Sie tritt bei Betriebsschlie√üungen wegen Infektionskrankheiten ein. Gedacht ist sie zum Beispiel f√ľr Gastronomen, Metzger, Arztpraxen und Hotels. Wird der Betrieb beh√∂rdlich geschlossen, zum Beispiel, weil ein Mitarbeiter einer Metzgerei an Salmonellen erkrankt, zahlt die Versicherung den Umsatzausfall. Je nach Vertrag sind auch die Warenvorr√§te versichert, wenn diese vernichtet werden m√ľssen. Die versicherten Krankheiten sind entweder abschlie√üend aufgez√§hlt oder die Bedingungen verweisen auf das Infektionsschutzgesetz. Ob eine vorsorgliche Schlie√üung beim Lockdown ohne konkreten Krankheitsfall versichert ist, ist umstritten. Klar ist: F√ľr eine Pandemie kann keine private Versicherung aufkommen. Das Versicherungsprinzip ‚Äď viele zahlen ein, wenige sind von einem Schaden betroffen ‚Äď funktioniert hier nicht. Soweit dies nicht ohnehin aus den Versicherungsbedingungen hervorgeht, m√ľssen diese klargestellt und Vertr√§ge notfalls gek√ľndigt werden. Die Betriebsschlie√üungsversicherung macht f√ľr bestimmte Betriebsarten Sinn, ist aber kein Ersatz f√ľr eine Versicherung gegen Arbeitsunf√§higkeit.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Zentrales Element einer Absicherung von Gewerbetreibenden und Freiberuflern gegen Betriebsunf√§higkeit ist die Berufsunf√§higkeitsversicherung mit Rente. Anders als bei der Erwerbsunf√§higkeitsrente kommt es hier auf den erlernten und ausge√ľbten Beruf an. K√∂nnen Sie in diesem Beruf nicht mehr mindestens 50 % arbeiten, zahlt die Versicherung die vereinbarte Rente. Ein Verweis auf eine minderwertige, schlechter bezahlte Arbeit ist nicht m√∂glich.

Bedeutung der Umorganisationsklausel

Auf einen Vertragsbestandteil der Berufsunf√§higkeitsversicherung sollten Selbstst√§ndige besonders achten: die Umorganisationsklausel. Hierin ist geregelt, ob der Versicherte auf eine andere ‚Äď leichtere ‚Äď T√§tigkeit in seinem eigenen Unternehmen verwiesen werden darf. In der strengsten Form besagt die Klausel, dass keine Arbeitsunf√§higkeitsrente gezahlt wird, wenn der Versicherte durch Umorganisation und Fortbildung im eigenen Betrieb weiterhin arbeiten kann. Zum Beispiel k√∂nnte ein Handwerker k√ľnftig im B√ľro die Terminvergabe erledigen. Dies wird aber in der Regel mit Mindereinnahmen verbunden sein. F√ľr den Ausfall der eigenen Arbeitskraft in der h√∂herwertigen T√§tigkeit muss der Handwerker n√§mlich Ersatz einstellen. Ideal sind Klauseln, bei denen der Versicherer auf die Umorganisation von Kleinbetrieben g√§nzlich verzichtet und ansonsten die zumutbare Einkommensreduzierung festschreibt. Dazu wird ein fester Prozentsatz vereinbart. Au√üerdem sollte der Versicherer die Kosten der Umorganisation √ľbernehmen.

Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Bei Vorerkrankungen oder einem k√∂rperlich anstrengenden Beruf ist die Versicherung einer Berufsunf√§higkeitsrente oft nur mit Einschr√§nkungen oder zu einem unverh√§ltnism√§√üig hohen Preis m√∂glich. Eine private Erwerbsunf√§higkeitsversicherung hat dieselben Nachteile wie der gesetzliche Schutz ‚Äď der aktuelle Lebensstandard wird nicht abgesichert. In dieser Situation lohnt es, √ľber eine Grundf√§higkeitsversicherung nachzudenken. Hier wird kein konkreter Beruf abgesichert, sondern der Verlust von Grundf√§higkeiten wie Gebrauch der H√§nde, Treppensteigen, Sehen, H√∂ren, Sprechen. Weil sie sich nicht auf einen Beruf bezieht, ist diese Versicherungsform auch geeignet f√ľr Selbstst√§ndige mit sehr unterschiedlichen T√§tigkeiten. Zusammen mit einer Rente bei schweren Krankheiten (Dread Disease Versicherung), einer Unfallrente und einer Pflegerente l√§sst sich die Grundf√§higkeitsversicherung zu einer kompletten Existenzschutzversicherung ausbauen.

Die Alternative zur Betriebsunfähigkeitsversicherung

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