Das Wichtigste in Kürze
- Wer als Azubi berufsunfähig wird bekommt vom Staat meist keine oder nur eine sehr geringe Leistung, weil die Voraussetzungen noch nicht erfüllt sind.
- Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Auszubildende besonders günstig, weil das Eintrittsalter niedrig ist und kaum Vorerkrankungen vorliegen.
- Achte auf den Verzicht auf abstrakte Verweisung und eine Nachversicherungsgarantie um die Rente später erhöhen zu können.
- Eltern können sogar schon zur Schulzeit abschließen und den günstigen Beitrag dauerhaft sichern.
Gerade zu Beginn des Berufslebens ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig, auch wenn das Geld knapp ist. Denn Auszubildende tragen ein echtes Risiko und haben kaum staatlichen Schutz. Hier erfährst du, warum sich die BU für Azubis lohnt, wie du den Beitrag niedrig hältst und worauf du achten musst.

Berufsunfähigkeit trifft auch Azubis
Das Risiko ist real: Ein Bäckerlehrling kann eine Mehlstauballergie entwickeln, ein Pflegeazubi Rückenprobleme, und psychische Erkrankungen nehmen schon in jungen Jahren zu. Wenn die Ausbildung deswegen abgebrochen werden muss, fehlt die Grundlage für das gesamte spätere Einkommen. Genau davor schützt die BU.
Die Erwerbsminderungsrente: ein Tropfen auf den heißen Stein
Auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente können sich Azubis kaum verlassen. Sie setzt in der Regel fünf Jahre Versicherungszeit und drei Jahre Pflichtbeiträge voraus, was Auszubildende meist nicht erfüllen. Und selbst wenn: Die Höhe richtet sich nach den bisher gesammelten Entgeltpunkten, die zu Beginn des Berufslebens sehr niedrig sind. Außerdem greift sie erst bei Erwerbsunfähigkeit, nicht schon bei Berufsunfähigkeit, ein Azubi, der seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, aber theoretisch einfache Tätigkeiten könnte, geht leer aus.
Günstige Beiträge dank jungem Alter
Der wichtigste Vorteil: Je jünger du beim Abschluss bist, desto niedriger der Beitrag, und das dauerhaft. Außerdem haben junge Menschen meist noch keine Diagnosen, die zu Risikozuschlägen oder Ausschlüssen führen. Wer früh abschließt, sichert sich also nicht nur einen niedrigen Preis, sondern auch volle Leistung ohne Einschränkungen.
Worauf Azubis beim Vertrag achten sollten
Vor dem Abschluss lohnt sich ein Vergleich, denn die Bedingungen unterscheiden sich je Versicherer stark. Achte auf den Verzicht auf abstrakte Verweisung, einen Prognosezeitraum von sechs Monaten und eine Laufzeit bis zum Rentenalter. Beantworte die Gesundheitsfragen vollständig, denn Falschangaben zu gesundheitlichen Gründen können im Leistungsfall den Schutz kosten. Tritt die Berufsunfähigkeit durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit während der Ausbildung ein, zahlt die private BU genauso wie bei jeder anderen Ursache. Bei Unsicherheit hilft eine anbieterübergreifende Beratung, den passenden Tarif zu finden und die richtige BU-Rente festzulegen.
Klein anfangen, groß rauskommen
Wenn das Azubi-Gehalt nur eine kleine Rente erlaubt, ist das kein Problem, solange der Tarif eine starke Nachversicherungsgarantie bietet. Damit erhöhst du die Rente später zu bestimmten Anlässen, etwa beim Berufsstart, bei Gehaltssprüngen oder der Geburt eines Kindes, ohne erneute Gesundheitsprüfung. So startest du günstig und baust den Schutz mit deinem Einkommen aus. Wichtig sind außerdem der Verzicht auf abstrakte Verweisung und eine Laufzeit bis zum Rentenalter.
Eine BU lässt sich oft schon zur Schulzeit abschließen. So sichern Eltern ihren Kindern den günstigen Einstiegsbeitrag und den gesunden Gesundheitszustand für das ganze Berufsleben. Mehr unter BU für Schüler.
Als Azubi früh absichern
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Ein reales Risiko: Beispiel Mehlstauballergie
Wie schnell es gehen kann, zeigt der Klassiker bei Bäckern: Eine Mehlstauballergie entwickelt sich oft erst während der Lehre und kann die Ausbildung beenden. Ähnliches gilt für Hauterkrankungen bei Friseuren oder Rückenleiden in Pflegeberufen. Wer dann keine BU hat, verliert die Grundlage für sein ganzes Berufsleben, ohne nennenswerten Schutz vom Staat.
Gerade Azubis unterschätzen das Risiko. Dabei treffen berufsbedingte Erkrankungen oft genau die, die gerade erst anfangen.
Dennis Becker, BU-Experte
Achte auf den Verzicht auf abstrakte Verweisung und eine Nachversicherungsgarantie. So bist du auch nach der Ausbildung im erlernten Beruf abgesichert und kannst die Rente günstig aufstocken.
Berufsunfähigkeitsversicherung in der Berufsausbildung: Kosten und Höhe
Schon während der Berufsausbildung ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll, denn als Azubi hast du noch keinen Anspruch auf eine staatliche Erwerbsminderungsrente. Kannst du im Falle einer Berufsunfähigkeit deinen Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben, gibt es ohne private Absicherung kein Geld. Die gute Nachricht: Als junger, gesunder Azubi bekommst du eine gute Versicherung besonders günstig. Die Höhe der Beiträge hängt vor allem von deinem Ausbildungsberuf ab, handwerkliche und pflegerische Berufe gelten als riskanter und kosten mehr als kaufmännische.
Als Azubi zahlst du je nach Beruf oft zwischen 40 und 120 Euro im Monat, kaufmännische Azubis liegen am unteren Rand. Sichere möglichst früh eine ausreichende Rente ab und achte auf eine gute Nachversicherungsgarantie, mit der du die versicherte Rente später ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen kannst, etwa nach der Ausbildung oder bei einem Gehaltssprung. So baust du den Schutz Schritt für Schritt mit deinem Einkommen aus, ohne dass spätere Erkrankungen den Beitrag in die Höhe treiben. Achte außerdem darauf, dass der Tarif keine Nachmeldepflicht beim Berufswechsel vorsieht, damit du im Falle einer Berufsunfähigkeit voll abgesichert bleibst.
Azubis: gesetzliche Rente schützt kaum, der angestrebte Beruf zählt
Als Azubi hast du über die gesetzliche Rentenversicherung praktisch keinen Schutz vor Berufsunfähigkeit: In den ersten Jahren fehlt dir die nötige Wartezeit, und selbst später ist die Erwerbsminderungsrente sehr niedrig. Wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kannst, stehst du fast ohne Absicherung da. Genau deshalb ist die private BU schon in der Ausbildung wichtig, auch wenn du gerade erst anfängst zu arbeiten.
Warum die monatlichen Beiträge jetzt am niedrigsten sind
Zwei Dinge machen den frühen Abschluss attraktiv. Erstens bist du jung und meist gesund, deshalb sind die monatlichen Beiträge niedrig, oft ab rund 25 Euro. Zweitens kannst du dir den Schutz für deinen angestrebten Beruf sichern. Viele Versicherer stufen Azubis nach dem angestrebten Beruf nach der Ausbildung ein, nicht nach der oft riskanteren Tätigkeit während der Lehre. Das kann den Beitrag deutlich senken, weil ein Bürojob nach der Ausbildung günstiger ist als körperliches Arbeiten in der Lehrzeit.
Achte auf eine Nachversicherungsgarantie, damit du die Rente nach der Ausbildung ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen kannst. Ein Berater mit Erfahrung hilft dir, einen Tarif zu finden, der den angestrebten Beruf richtig einstuft, denn hier sammeln sich mit der Erfahrung schnell Unterschiede von vielen hundert Euro im Jahr.
Häufige Fragen
Brauchen Azubis schon eine BU?
Was kostet die BU für Azubis?
Was ist die Nachversicherungsgarantie?
Stand: Juni 2026. Ohne Gewähr. Erstellt und geprüft von Dennis Becker, BU-Experte.
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