Das Wichtigste in Kürze
- Was eine BU kostet ist sehr individuell. Am stärksten zählen dein Beruf, dein Eintrittsalter, dein Gesundheitszustand und die Höhe der Wunschrente.
- Junge, gesunde Bürojobs zahlen oft ab rund 30 bis 50 Euro im Monat, körperliche Berufe ein Mehrfaches.
- Spare nicht an den Bedingungen: Ein billiger Tarif mit abstrakter Verweisung kann im Ernstfall wertlos sein.
- Achte immer auf Brutto- und Nettobeitrag denn der Versicherer darf den Beitrag bis zum Bruttowert anheben.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt, aber sie hat ihren Preis. Vor allem ältere Menschen und körperliche Berufe zahlen spürbar mehr. Guter Schutz muss trotzdem nicht teuer sein. Hier erfährst du, was eine BU realistisch kostet, welche Faktoren den Beitrag treiben und mit welchen Hebeln du sparst, ohne dich schlechter abzusichern.

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, weil der Beitrag aus deinen persönlichen Merkmalen berechnet wird. Die folgenden Beispiele geben dir aber ein realistisches Gefühl für die Spannweite:
| Beruf | Alter | Rente | Beitrag/Monat |
|---|---|---|---|
| Versicherungskaufmann/-frau | 20 | 1.000 € | ab ca. 30 € |
| Bürokaufmann/-frau | 30 | 1.000 € | ab ca. 40 € |
| Betriebswirt (mit Personalverantwortung) | 30 | 1.500 € | ab ca. 50 € |
| Erzieher/in | 35 | 1.000 € | ab ca. 64 € |
| Schreiner/in | 20 | 1.000 € | ab ca. 69 € |
| Gärtner/in | 30 | 1.500 € | ab ca. 100 € |
Beispielwerte für eine selbstständige BU bis Endalter 67, Nichtraucher, ohne Vorerkrankungen und Risikozuschläge. Deinen konkreten Beitrag ermittelst du im BU-Check.
Welche Faktoren beeinflussen die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Eintrittsalter
Je jünger du bei Vertragsbeginn bist, desto günstiger. Mit dem Alter steigt das Risiko, und damit der Beitrag. Ein früher Abschluss hat weitere Vorteile: Azubis und Berufseinsteiger haben noch keinen Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente, und Schüler im letzten Schuljahr oder Studenten sichern sich bei Tarifen ohne Nachmeldepflicht den günstigen Einstiegsbeitrag, auch wenn sie später einen riskanteren Beruf ergreifen.
Beruf und Risikogruppe
Der größte Hebel. Jeder Versicherer stuft Berufe nach ihrem Risiko ein, meist in mehrere Gruppen. Je höher die Gruppe, desto teurer:
| Risikogruppe | Beispiele |
|---|---|
| 1 (gering) | Architekten, Versicherungskaufleute |
| 2 (unterdurchschnittlich) | Chemiker, Medienkaufleute |
| 3 (erhöht) | Erzieher, Lehrer, Tierärzte |
| 4 (hoch) | Pflegekräfte, Köche, Landwirte |
| 5 und 6 (sehr hoch) | Dachdecker, Piloten |
Weil jede Gesellschaft ihr eigenes System nutzt, lohnt der Vergleich besonders. Zu den Berufen mit dem höchsten Risiko und damit den teuersten Beiträgen zählen unter anderem Gerüstbauer, Dachdecker, Bergleute, Pflasterer, Fliesenleger, Zimmerer, Maurer und Bäcker (oft wegen Mehlstauballergie). Aber auch soziale Berufe wie Lehrer und Pflegekräfte zahlen mehr, vor allem wegen des Risikos psychischer Erkrankungen.
Gesundheitszustand, Rauchen und Hobbys
Eine selbstständige BU gibt es nicht ohne Gesundheitsprüfung. Beantworte die Fragen vollständig und ehrlich, am besten mit Unterstützung deines Hausarztes, denn Falschangaben können später die Leistung kosten. Vorerkrankungen führen zu Risikozuschlägen, Ausschlüssen oder im Extremfall zur Ablehnung. Auch Raucher zahlen einen Zuschlag (als Nichtraucher gilt je nach Anbieter, wer 6 bis 12 Monate rauchfrei ist), und riskante Hobbys wie Eishockey erhöhen den Beitrag.
Rentenhöhe und Versicherungsdauer
Je höher die vereinbarte BU-Rente, desto teurer der Vertrag, plane aber nie unter deinem Bedarf (Richtwert 60 bis 80 Prozent des Nettos). Auch die Laufzeit zählt: Sie sollte bis zum regulären Renteneintritt reichen, sonst entsteht eine Versorgungslücke. Eine kürzere Laufzeit senkt zwar den Beitrag, ist aber nur sinnvoll, wenn du die letzten Jahre anders überbrücken kannst.
Tarifart und Zusatzbausteine
Eine reine (selbstständige) BU ist am günstigsten. Eine BU mit Rente oder als Zusatz zur Lebensversicherung (BUZ) kostet mehr, weil ein Sparanteil enthalten ist. Auch eine BU mit Beitragsrückgewähr ist teurer. Gerätst du in einen finanziellen Engpass, kannst du den Vertrag vorübergehend beitragsfrei stellen, dann ruht allerdings der Schutz.
Wie viel BU-Rente brauchst du?
Die Höhe der Absicherung ist nach dem Beruf der zweitgrößte Kostenfaktor, deshalb lohnt es sich, den Bedarf sauber zu ermitteln. Als Faustregel sollte die monatliche BU-Rente rund 60 bis 80 Prozent deines Nettoeinkommens betragen, mehr lässt das Bereicherungsverbot ohnehin nicht zu. Im Falle der Berufsunfähigkeit fallen zwar einzelne Ausgaben weg, dafür kommen oft höhere Kosten für Gesundheit hinzu, und deine Altersvorsorge solltest du weiter bedienen. Plane die BU-Rente also möglichst so, dass sie deinen Lebensstandard hält.
Wer in jungen Jahren abschließt, sichert sich eine höhere Wunschrente zu niedrigem Beitrag, weil das Risiko der Berufsunfähigkeit mit jedem Lebensjahr steigt und längere Laufzeiten höhere Beiträge bedeuten. Wie groß die staatliche Lücke ausfällt, zeigt die Seite zur Berufsunfähigkeitsrente. Ein guter Hebel ist die Nachversicherungsgarantie: Damit erhöhst du die Rente später ohne erneute Gesundheitsprüfung, etwa nach einem Gehaltssprung. So startest du günstig und baust den Versicherungsschutz mit, statt von Beginn an für den vollen Bedarf zu zahlen.
So senkst du die Kosten, ohne den Schutz zu verschlechtern
Der billigste Tarif kann eine abstrakte Verweisungsklausel enthalten, dann zahlt der Versicherer nicht, wenn du theoretisch einen anderen Beruf ausüben könntest. Achte immer auf den Verzicht auf die abstrakte Verweisung.
- Früh abschließen: Der wirksamste Hebel, junges Alter und gute Gesundheit drücken den Beitrag dauerhaft.
- Rentenbedarf prüfen: Bestehen andere Einkünfte (etwa Mieten), kann eine etwas niedrigere, aber bedarfsdeckende Rente reichen.
- Anbieter vergleichen: Für denselben Beruf unterscheiden sich Beiträge und Bedingungen stark.
- Auf Zusatzbausteine verzichten: Beitragsrückgewähr und Sparanteile machen den Vertrag teurer.
Brutto- und Nettobeitrag verstehen
Beim Vergleich siehst du zwei Beträge. Der Nettobeitrag (auch Zahlbeitrag) ist, was du zu Beginn zahlst. Der Bruttobeitrag ist die vertragliche Obergrenze. Erwirtschaftet der Versicherer weniger Überschüsse als geplant oder kalkuliert das Risiko falsch, darf er den Beitrag bis zum Bruttowert anheben. Eine zu große Lücke zwischen beiden birgt also das Risiko künftiger Erhöhungen. Achte deshalb nicht nur auf den niedrigen Zahlbeitrag, sondern auch auf einen vertretbaren Höchstbeitrag.
BU-Beiträge von der Steuer absetzen
Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung kannst du als sonstige Vorsorgeaufwendungen (Sonderausgaben) absetzen. Es gelten Höchstbeträge von 1.900 Euro für Arbeitnehmer und 2.800 Euro für Selbstständige. Wichtig: In diese Grenze fallen auch deine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, sodass sie häufig schon ausgeschöpft ist. Steuerlich am meisten herausholen lässt sich oft mit einer BU als Zusatz zur Basisrente (Rürup). Mehr dazu unter BU und Steuer.
Warum Beiträge steigen können
Beitragserhöhungen bis zum Bruttobeitrag haben meist zwei Ursachen: Niedrige Zinsen lassen die Versicherer kaum noch Überschüsse erwirtschaften, und wenn mehr Menschen berufsunfähig werden als kalkuliert, steigen die Kosten für alle Versicherten. Ein finanzstarker Anbieter mit stabiler Kalkulation senkt dieses Risiko spürbar. Schau beim Vergleich deshalb nicht nur auf den günstigsten Zahlbeitrag, sondern auch auf die Beitragsstabilität und die Finanzkraft der Gesellschaft.
Am einfachsten findest du einen passenden und langfristig bezahlbaren Tarif über einen BU-Rechner. Er zeigt dir mit wenigen Angaben sowohl die Kosten als auch die Leistungen mehrerer Anbieter und macht den Vergleich für deinen konkreten Beruf transparent. Auf Wunsch unterstützt dich anschließend ein Versicherungsexperte bei der Auswahl und prüft, ob ein Tarif wirklich zu deinem Bedarf passt.
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So stark wirkt das Eintrittsalter
Kein Faktor lässt sich so leicht beeinflussen wie der Zeitpunkt des Abschlusses. Wer früh startet, zahlt über die gesamte Laufzeit spürbar weniger, weil das Risiko mit jedem Lebensjahr steigt. Die folgende Orientierung zeigt die Tendenz für denselben Bürojob:
Die Balken zeigen die relative Tendenz, keine festen Beträge. Klar wird aber: Jedes Jahr Warten kostet bares Geld, oft mehr als die jährliche Beitragsersparnis durch einen späteren Start.
Der teuerste BU-Vertrag ist der, den man zu spät abschließt, oder gar nicht.
Dennis Becker, BU-Experte
Beitrag und Leistung immer gemeinsam betrachten
Der niedrigste Beitrag nützt nichts, wenn der Tarif im Ernstfall nicht zahlt. Vergleiche deshalb nie den Preis allein, sondern immer das Verhältnis aus Beitrag und Bedingungen, zugeschnitten auf deinen Beruf. Ein etwas teurerer Tarif mit Verzicht auf abstrakte Verweisung und kurzem Prognosezeitraum ist fast immer die bessere Wahl als ein Schnäppchen mit Schwächen im Kleingedruckten.
Lass dir Brutto- und Nettobeitrag zeigen und achte auf eine möglichst kleine Lücke zwischen beiden. Sie ist ein guter Hinweis darauf, wie stabil der Anbieter kalkuliert und wie gering das Risiko späterer Beitragserhöhungen ist.
Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung berechnen und vergleichen
Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung berechnen sich für jeden Menschen anders, weil der Beitrag aus deinem Beruf, deinem Eintrittsalter, deinem Gesundheitszustand und der Höhe der Berufsunfähigkeitsrente entsteht. Am schnellsten ermittelst du die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einem Berufsunfähigkeitsversicherung-Rechner: Du gibst Beruf, Alter und Wunschrente ein und siehst, was du monatlich zahlst. Diese Faktoren beeinflussen die Kosten am stärksten, und genau hier kannst du ansetzen, um günstige Beiträge zu sichern.
Wer jung und gesund eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kann, zahlt über die gesamte Versicherungsdauer deutlich weniger. Je länger die Laufzeit bis zum Renteneintrittsalter reicht, desto höher der monatliche Beitrag, aber desto sicherer schützt dich die Police vor den finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit. Eine Vorerkrankung kann einen Risikozuschlag auslösen, ein körperlicher Beruf einen höheren Beitrag. Findest du keinen bezahlbaren Schutz, lohnt es sich zu prüfen, eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen abzuschließen oder eine günstigere Alternative zu wählen.
Bei den Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung kannst du außerdem zwischen Tarifvarianten wählen. Eine reine BU ist am günstigsten, eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Überschussbeteiligung oder Beitragsrückgewähr kostet mehr. Wichtig ist, beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht nur auf den Zahlbeitrag zu schauen, sondern auf das Gesamtpaket aus Beitrag, Bedingungen und Beitragsstabilität. So sicherst du deine Arbeitskraft zuverlässig ab und vermeidest, dass die monatlichen Kosten später unerwartet steigen. Wer die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung früh plant und Anbieter vergleicht, spart bei der BU oft mehrere Tausend Euro über die Laufzeit.
Beispiel: Was kostet eine BU pro Monat?
Ein Beispiel macht die Kosten für die BU greifbar. Ein 25-jähriger Bürokaufmann sichert eine monatliche BU-Rente von 1.500 Euro ab und zahlt dafür oft ab rund 40 € pro Monat, ein gleichaltriger Dachdecker je nach Anbieter ein Vielfaches. Der frühe Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung senkt diesen Beitrag spürbar, denn das Risiko einer Berufsunfähigkeit steigt mit jedem Lebensjahr, ob durch Krankheit oder Unfall. Schon deshalb ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung in jungen Jahren fast immer sinnvoll. Wer Beruf, Alter und Wunschrente in einen Berufsunfähigkeitsversicherung Rechner eingibt, sieht sofort, welche Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung realistisch sind und ab wann er gut abgesichert ist.
Beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung gilt: Dein Beruf hat erheblichen Einfluss auf die Kosten, gefolgt von Eintrittsalter, Gesundheit und Hobby. So kannst du bei der BU sparen, ohne den Schutz zu verschlechtern. Schließe früh ab, lege die monatliche Rente realistisch fest, die du vereinbaren willst, vergleiche die Anbieter und achte auf Überschuss und eine stabile Vertragslaufzeit. Wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung am Ende? Sie leistet, sobald der zuletzt ausgeübte Beruf nicht mehr möglich ist, und schützt dich so vor den finanziellen Folgen. Eine gute BU-Versicherung sicherst du dir am besten jung und gesund, dann bleibt deine Berufsunfähigkeitsversicherung dauerhaft günstig.
Unterm Strich: Die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung hängen vor allem von deinem Beruf, deinem Alter und deiner Gesundheit ab. Schon ab rund 30 Euro monatlich bist du als junger Bürojob gut abgesichert, und mit jedem Jahr bis zum Vertragsabschluss erhöht sich der Beitrag. Im Falle einer Berufsunfähigkeit zahlt sich jeder Euro aus, denn der Versicherungsschutz ersetzt dein wegfallendes Einkommen. Deshalb ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll, solange du gesund bist. So kannst du dir eine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung sichern: früh vergleichen, beim Abschluss einer BU auf faire Bedingungen achten und dann dauerhaft monatlich weniger zahlen. Den Beitrag kannst du übrigens monatlich, vierteljährlich oder jährlich zahlen, wobei die jährliche Zahlweise meist etwas günstiger ausfällt als die monatliche. Die meisten entscheiden sich aus Bequemlichkeit für die monatliche Zahlung.
Häufige Fragen zu den BU-Kosten
Was kostet eine BU im Monat?
Welche Berufe zahlen am meisten?
Kann ich die BU von der Steuer absetzen?
Was tun, wenn die BU zu teuer wird?
Stand: Juni 2026. Beitragsangaben sind illustrative Beispielwerte und ersetzen keine Berechnung. Steuerliche Höchstbeträge nach aktuellem Stand, ohne Gewähr. Erstellt und geprüft von Dennis Becker, BU-Experte.
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