Berufsunfähigkeitsversicherung Steuererklärung: Die BU von der Steuer absetzen

  • Berufsunf√§higkeitsversicherung als Sonderausgabe steuerlich absetzbar

  • Angabe in Steuererkl√§rung f√ľr Selbst√§ndige und Arbeitnehmer m√∂glich

  • Alle Infos zur BU Steuer auf dieser Seite zusammengefasst

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Das Wichtigste in K√ľrze

  • Die Beitr√§ge zur Berufsunf√§higkeitsversicherung sind als Sonderausgaben steuerlich absetzbar - zusammen mit den Aufwendungen zur Krankenversicherung.
  • Sowohl Arbeitnehmer wie auch Selbstst√§ndige k√∂nnen die Berufsunf√§higkeitsversicherung in der Steuererkl√§rung angeben.
  • Wer Leistungen aus seiner BU bezieht, muss lediglich den Ertragsanteil versteuern, der abh√§ngig von der Rentendauer ist.

Inhalt

Die Berufsunfähigkeitsversicherung und die Steuer

Die Beitr√§ge zur Berufsunf√§higkeitsversicherung sind steuerlich absetzbar. Davon k√∂nnen sowohl Arbeitnehmer wie auch Selbstst√§ndige profitieren. Allerdings werden die Aufwendungen als Sonderausgaben den sonstigen Vorsorgeaufwendungen angerechnet und flie√üen somit mit den Beitr√§gen zur Krankenabsicherung zusammen. Daher ist der steuerliche H√∂chstbetrag f√ľr diesen Posten h√§ufig schon voll ausgesch√∂pft.

Wer Leistungen aus der Berufsunf√§higkeitsversicherung bezieht, muss diese ebenfalls bei der Steuer ber√ľcksichtigen. Allerdings wird bei einer BU lediglich der Ertragsanteil versteuert. Und in welcher H√∂he ist abh√§ngig von der voraussichtlichen Dauer der Rentenzahlung.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung steuerlich absetzen

Die Aufwendungen zur BU-Versicherung sind steuermindernde Sonderausgaben. Dabei ber√ľcksichtigt das Finanzamt einen H√∂chstbetrag von 1.900 Euro bei Arbeitnehmern und 2.800 Euro bei Selbstst√§ndigen. Da jedoch auch die Aufwendungen zur Kranken- und Pflegeversicherung in diese H√∂chstgrenze flie√üen, wirkt sich die BU nicht immer steuermindernd aus. H√§ufig wird der H√∂chstbetrag durch die Sozialversicherungsbeitr√§ge bereits voll ausgesch√∂pft.

Wo wird die Berufsunfähigkeitsversicherung eingetragen?

Die Beitr√§ge zur Berufsunf√§higkeitsversicherung sind in der Steuererkl√§rung im Vordruck ‚ÄěAnlage Vorsorgeaufwand‚Äú unter ‚ÄěWeitere sonstige Vorsorgeaufwendungen‚Äú einzutragen. Dabei erstattet das Finanzamt keine Beitr√§ge. Die Aufwendungen mindern das zu versteuernde Einkommen.

Besonderheiten bei einer betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine BU l√§sst sich auch als Direktversicherung √ľber den Arbeitgeber abschlie√üen. In diesem Fall erfolgt die Verrechnung des Beitrags mit dem Bruttoeinkommen. Wie auch bei einer betrieblichen Altersvorsorge verringern sich dadurch die Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeitr√§ge. Die Steuervorteile entstehen somit Monat f√ľr Monat mit der Gehaltsabrechnung.

Besonderheiten bei der BUZ

Die Beitr√§ge zur selbstst√§ndigen Berufsunf√§higkeitsversicherung lassen sich in voller H√∂he von der Steuer absetzen. Anders ist es bei einer Berufsunf√§higkeitszusatzversicherung (BUZ). Denn diese ist an eine Renten- oder Lebensversicherung gekoppelt. Da sich jedoch nur der Anteil f√ľr die BU-Versicherung geltend machen l√§sst, muss dieser herausgerechnet werden. In der Regel versenden die Versicherer jedes Jahr eine Mitteilung √ľber die einbezahlten Beitr√§ge, bei der die Aufwendung zur BUZ separat ausgewiesen sind.

Ist die BUZ an eine Basisrente gekoppelt, lässt sich der Beitrag insgesamt als Vorsorgeaufwendungen geltend machen.

Wie wird die Leistung der Berufsunfähigkeitsversicherung versteuert?

Wer aufgrund einer Berufsunf√§higkeit eine Rente bezieht, muss diese versteuern. Denn dabei handelt es sich um ein steuerpflichtiges Einkommen. Doch bleibt die BU-Rente steuerfrei, wenn sie den Grundfreibetrag nicht √ľbersteigt. Dieser liegt 2020 bei 9.408 Euro f√ľr Einzelpersonen und 18.816 Euro f√ľr Ehepaare.

Die Leistung der BU versteuern

In welcher H√∂he die Berufsunf√§higkeitsversicherung bei der Steuer Ber√ľcksichtigung findet, ist von der Dauer der Rentenzahlung abh√§ngig. Denn der steuerpflichtige Ertragsanteil bemisst sich anhand der Leistungsdauer:

1 Jahr0 Prozent
5 Jahre5 Prozent
10 Jahre12 Prozent
15 Jahre16 Prozent
20 Jahre21 Prozent

Der ermittelte Ertragsanteil wird mit dem persönlichen Steuersatz versteuert.

Ein Beispiel:

Ein Versicherungsnehmer wird mit 62 Jahren berufsunf√§hig. Er erh√§lt eine Leistung bis zur regul√§ren Altersrente, also bis zum 67. Lebensjahr. Somit betr√§gt der zu versteuernde Ertragsanteil f√ľnf Prozent. Bei einer BU-Rente von 1.500 Euro muss er somit 75 Euro mit seinem pers√∂nlichen Steuersatz versteuern. Bei einem Steuersatz von 25 Prozent m√ľsste er 11,25 Euro monatlich an Steuern bezahlen. Seine Netto-Rente betr√§gt daher 1.488,75 Euro.

Sozialversicherungspflicht bleibt bestehen

Wer eine BU-Rente erh√§lt, muss dennoch Sozialversicherungsbeitr√§ge leisten. Somit ist die Leistung der Berufsunf√§higkeitsversicherung nicht nur um die Steuer, sondern auch um die Beitr√§ge zur Kranken- und Pflegeversicherung zu k√ľrzen.

Wer privat krankenversichert ist, zahlt die Beitr√§ge weiterhin in voller H√∂he selbst. Gesetzlich Versicherte k√∂nnen sich hingegen als freiwilliges Mitglied versichern. Dann zahlen sie von der Rente 14 Prozent zuz√ľglich des kassenabh√§ngigen Zusatzbeitrags (durchschnittlich 0,9 Prozent) f√ľr ihre Krankenabsicherung. Hinzu kommt der Beitrag zur Pflegeversicherung von 3,05 Prozent beziehungsweise 3,3 Prozent f√ľr Kinderlose. Somit reduziert sich die Rentenleistung um etwa 18,2 Prozent (17,95 Prozent mit Kindern). Bei einer Rente von 1.500 Euro bleiben somit noch 1.227 Euro.

Abweichungen bei Erwerbsunfähigkeit

Wer nicht nur berufsunfähig, sondern auch erwerbsunfähig ist und die staatliche Erwerbsminderungsrente bezieht, ist bessergestellt. In diesem Fall können gesetzlich Versicherte unter bestimmten Voraussetzungen in die Krankenversicherung der Rentner wechseln. Dann zahlen sie lediglich auf die Erwerbsminderungsrente und nicht auf die BU-Rente Sozialversicherungsbeiträge.

FAQ

Sowohl Arbeitnehmer wie auch Selbstständige können die Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer absetzen. Dabei gelten verschiedene Höchstgrenzen. Angestellte können maximal 1.900 Euro und Selbstständige 2.800 Euro geltend machen.

Die Aufwendungen zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind weder als Werbungskosten noch als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar. Denn sie dienen der Absicherung krankheitsbedingter Einnahmeausfälle. Damit decken sie einen wesentlichen privaten Anteil ab. Die Beiträge lassen sich nur als Sonderausgaben beziehungsweise Vorsorgeaufwand geltend machen.

Grunds√§tzlich ist eine Berufsunf√§higkeitsversicherung sinnvoll, um die Arbeitskraft und damit die finanzielle Existenz abzusichern. Aus rein steuerlichen Gr√ľnden lohnt sich die Absicherung allerdings in den meisten F√§llen nicht. Denn h√§ufig sind die Sonderausgaben bereits durch die Krankenversicherungsbeitr√§ge ausgesch√∂pft. Doch sollten die steuerlichen Aspekte die Entscheidung f√ľr oder gegen eine BU nicht beeinflussen.

Seit 2014 gibt es eine staatliche gef√∂rderte BU-Versicherung. Diese sieht eine lebenslange Rentenzahlung vor. Und aufgrund der staatlichen F√∂rderung l√§sst sich die Berufsunf√§higkeitsversicherung in voller H√∂he von der Steuer absetzen ‚Äď unabh√§ngig von den H√∂chstbeitr√§gen. Doch gibt es derzeit kaum Angebote auf dem Markt. Die Versicherer k√∂nnen die Voraussetzungen, die der Bund bei dieser Absicherung vorsieht, nicht erf√ľllen. Au√üerdem verursacht die lebenslange Rentenzahlung sehr hohe Beitr√§ge. Vor allem f√ľr Berufsgruppen, die bei klassischen BU-Versicherungen bereits eine hohe Pr√§mie bezahlen m√ľssen. Bisher konnte sich die staatliche gef√∂rderte Berufsunf√§higkeit somit nicht auf dem Markt durchsetzen.

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