Arbeitsunf√§higkeitsrente ‚Äď finanzieller Ausgleich bei gesundheitlichen Einschr√§nkungen

  • Arbeitsunf√§higkeit = vor√ľbergehender Ausfall der Arbeitskraft

  • Arbeitsunf√§higkeitsrente erh√§lt, wer nicht mehr arbeitsf√§hig ist

  • Eine Leistung der Rentenversicherung

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Wir empfehlen: Die Berufsunfähigkeitsrente sollte mindestens 70 % Ihres aktuellen Nettoeinkommens betragen.

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Das Wichtigste in K√ľrze

  • Wenn die Arbeitsf√§higkeit dauerhaft beeintr√§chtigt ist, kommt eine Arbeitsunf√§higkeitsrente in Betracht. Im Gesetz hei√üt sie korrekt Erwerbsminderungsrente. Sie wird im Anschluss an Lohnfortzahlung und Krankengeld gezahlt. Ein halber Rentenanspruch besteht, wenn die Arbeitsf√§higkeit in einem beliebigen Beruf auf unter sechs Stunden sinkt. Erst bei weniger als drei Stunden gibt es die volle Rente.
  • Voraussetzung f√ľr einen Rentenanspruch ist eine Wartezeit von f√ľnf Jahren, w√§hrend der der Antragsteller in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert gewesen sein muss. Von diesen f√ľnf Jahren m√ľssen mindestens drei Jahre lang Pflichtbeitr√§ge gezahlt worden sein.
  • Die H√∂he der Rente wird nach der allgemeinen Rentenformel berechnet. Als Faustregel k√∂nnen Sie bei voller Arbeitsunf√§higkeit von der H√§lfte des letzten Nettogehalts ausgehen. Von dieser Rente sind Beitr√§ge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie eventuell Steuern zu zahlen.
  • Die Arbeitsunf√§higkeitsrente ist in der Regel zun√§chst befristet. Um sie weiter zu beziehen, ist ein rechtzeitiger Antrag n√∂tig.

Inhalt

Voraussetzungen f√ľr den Bezug von Arbeitsunf√§higkeitsrente

Die Bedingungen f√ľr eine Arbeitsunf√§higkeitsrente (oftmals auch Erwerbsminderungsrente genannt) sind im Sechsten Sozialgesetzbuch geregelt (¬ß 43 SGB VI). Es gibt medizinische und versicherungsrechtliche Voraussetzungen f√ľr den Rentenbezug. Nach dem Gesetz gilt als erwerbsgemindert, wer ‚Äěwegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit au√üerstande [ist], unter den √ľblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden t√§glich erwerbst√§tig zu sein.‚Äú Eine vollst√§ndige Arbeitsunf√§higkeit liegt erst vor, wenn Sie nicht einmal mehr drei Stunden in einem beliebigen Beruf arbeiten k√∂nnen. Erst dann besteht Anspruch auf volle Rente.

Körperliche Einschränkungen

Rund 60 % der Neuanträge auf Arbeitsunfähigkeitsrente werden aufgrund körperlicher Beschwerden gestellt. Krebs kann jeden treffen, Erkrankungen von Skelett und Muskeln sind die Hauptursachen bei belastender Berufsarbeit. Kreislaufkrankheiten folgen erst auf dem dritten Platz der physischen Einschränkungen.

Arbeitsunfähigkeitsrente auch bei Depressionen

Unangefochtene Nummer eins und zugleich die Ursache f√ľr Arbeitsunf√§higkeit mit den h√∂chsten Zuwachsraten sind mit rund 40 % psychische Erkrankungen wie Depressionen und Burnout. Der Nachweis einer Arbeitsunf√§higkeit durch psychische Ursachen ist nicht so leicht zu f√ľhren wie ein Bandscheibenvorfall oder ein k√ľnstliches Kniegelenk.

Versicherungs- und Beitragszeiten

Wer Arbeitsunf√§higkeitsrente beziehen will, muss zuvor in die Rentenkasse eingezahlt haben. Voraussetzung ist eine Vorversicherungszeit (Wartezeit) von f√ľnf Jahren, von der mindestens drei Jahre mit Pflichtbeitr√§gen belegt sein m√ľssen. Ist der Versicherungsverlauf nicht bereits l√ľckenlos erfasst, empfiehlt sich ein Antrag auf Kontenkl√§rung mit dem Vordruck V0100.

Erleichterungen f√ľr Berufsanf√§nger

Stehen Sie noch am Anfang Ihres Berufslebens, haben Sie keine Chance, die Warte- und Beitragszeiten zu erf√ľllen. Deshalb gibt es f√ľr Berufseinsteiger Erleichterungen. Sind Sie wegen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit arbeitsunf√§hig, besteht der Rentenanspruch sofort, quasi mit der ersten Beitragszahlung. Bei anderen Ursachen, zum Beispiel Freizeitunf√§llen, reichen zw√∂lf Monatsbeitr√§ge in zwei Jahren. Die gleiche Regel gilt, wenn innerhalb der letzten sechs Jahre vor der Arbeitsunf√§higkeit eine Ausbildung oder ein Studium beendet wurden.

Eine hohe Arbeitsunfähigkeitsrente berechnen und beantragen

So können Sie Arbeitsunfähigkeitsrente beantragen

Leider ist es ein ganzes Formularpaket, das die Rentenversicherung f√ľr den Antrag auf Arbeitsunf√§higkeitsrente ben√∂tigt ‚Äď erh√§ltlich auch online auf ihren Internetseiten. Nicht jeder muss alle Vordrucke ausf√ľllen. Manche gelten zum Beispiel nur f√ľr privat Krankenversicherte. Besonders wichtig ist die Selbsteinsch√§tzung der eigenen Gesundheit (Vordruck R0215). Damit keine Schwierigkeiten durch missverst√§ndliche Angaben auftreten, sollten sich Versicherte Hilfe beim Ausf√ľllen holen. Versichertenberater und Experten bei den Sozialverb√§nden wie SoVD und VdK haben √úbung mit den Formularen. Ihre Mitwirkung bei der Arbeitsunf√§higkeitsrente ist besonders wichtig, weil die Antragsteller schon genug mit ihrer Gesundheit k√§mpfen und nicht die Kraft f√ľr einen b√ľrokratischen Marathon haben.

Die Höhe der Arbeitsunfähigkeitsrente vorab berechnen

Die Höhe einer Arbeitsunfähigkeitsrente wird nach der allgemeinen Rentenformel berechnet. Ganz grob kann man davon ausgehen, dass die Höhe einer vollen Rente ungefähr der Hälfte des letzten Nettoeinkommens vor der Arbeitsunfähigkeit entspricht. Die volle Rente gibt es, wenn die Arbeitsfähigkeit unter drei Stunden am Tag liegt. Bei einer teilweisen Erwerbsminderung (mögliche Arbeitszeit mehr als drei, aber weniger als sechs Stunden) gibt es in der Regel die halbe Rente. Wenn keine Teilzeitstelle zu bekommen ist, wird sie auf eine volle Rente aufgestockt.

Entgeltpunkte, Zugangsfaktor und Rentenwert

Das wichtigste Element dieser Formel sind die pers√∂nlichen Entgeltpunkte. Sie ergeben sich aus dem bisherigen Einkommen und den daraus gezahlten Beitr√§gen an die Rentenversicherung. F√ľr ein Jahr mit durchschnittlichem Verdienst gibt es genau einen Entgeltpunkt. Bei geringerem oder h√∂herem Einkommen werden anteilig mehr oder weniger Punkte gutgeschrieben. Wegen der Beitragsbemessungsgrenze kommt selbst ein Spitzenverdiener aber maximal auf etwas zwei Entgeltpunkte pro Jahr.

Um von den allgemeinen auf die pers√∂nlichen Entgeltpunkte zu kommen, werden sie mit einem Zugangsfaktor malgenommen. Da eine Arbeitsunf√§higkeitsrente fr√ľher in Anspruch genommen wird als eine normale Altersrente, f√ľhrt der Zugangsfaktor zu einer Verminderung um 0,3 % pro Monat, insgesamt aber h√∂chstens um 10,8 %.

Pro Entgeltpunkt wird der Rentenwert ausgezahlt. Das sind derzeit (Stand 2020) 34,19 Euro in den westlichen und 33,23 Euro in den √∂stlichen Bundesl√§ndern. Der Rentenwert steigt jeweils zum 1. Juli mit dem Durchschnittseinkommen, wird aber bei fallenden Einkommen ‚Äď wie aktuell in der Corona-Krise ‚Äď nicht abgesenkt.

Rente ist steuerpflichtig

Grundsätzlich sind Renten steuerpflichtig. Wie hoch der steuerpflichtige Anteil ist, hängt vom Zeitpunkt des Rentenbeginns ab. Aktuell (Stand 2020) sind es 80 %.

Der im ersten Jahr ermittelte Betrag wird festgeschrieben und √§ndert sich nicht mit k√ľnftigen Rentenerh√∂hungen. Heute steuerfreie Renten k√∂nnen also in Zukunft steuerpflichtig werden. Allerdings steigt auch der Grundfreibetrag jedes Jahr an. Das ist das Existenzminimum, von dem der Staat keine Steuern einbehalten darf. In 2020 sind es 9.408 Euro im Jahr, f√ľr 2021 sind 9.744 Euro und f√ľr 2022 9.984 Euro vorgesehen.

Die oben erwähnten Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie pauschale Werbungskosten von 102 Euro mindern das steuerpflichtige Einkommen aus der Arbeitsunfähigkeitsrente.

Auskömmliche Rentenhöhe dank Zurechnungszeit

Viele Versicherte haben zum Zeitpunkt der Arbeitsunf√§higkeit nur wenige Entgeltpunkte gesammelt, da sie noch kein langes Berufsleben hinter sich bringen konnten. Aufgef√ľllt wird das Rentenkonto √ľber Zurechnungszeiten. Die Versicherten werden im Wesentlichen so gestellt, als h√§tten sie bis zur Regelaltersgrenze so viel verdient wie vor der Arbeitsunf√§higkeit. Diese Regel gilt f√ľr Neurentner ab 2019, davor waren die Zurechnungszeiten k√ľrzer.

Beitrag f√ľr Kranken- und Pflegeversicherung

Von der Rente m√ľssen gesetzliche Versicherte Beitr√§ge zur Krankenversicherung (7,3 % plus halber Zusatzbeitrag) sowie zur Pflegeversicherung (3,05 % bzw. 3,30 % f√ľr Kinderlose) bezahlen. Eine private Krankenversicherung l√§uft in der Regel weiter. Der Beitrag hierf√ľr muss von der Rente gezahlt werden, es gibt aber einen Zuschuss des Rentenversicherungstr√§gers.

Die Arbeitsunfähigkeitsrente ist meist befristet

Wird eine Rente bewilligt, ist sie zun√§chst meist befristet, √ľblicherweise auf drei Jahre. Die Befristung kann zwei Mal verl√§ngert werden, sodass man auf insgesamt neun Jahre kommt. Die Rentenversicherung weist auf den Ablauftermin nicht extra hin. Denken Sie daran, etwa vier Monate vorher einen Antrag auf Weiterzahlung (Vordruck R0120) zu stellen, wenn sich Ihre Gesundheit nicht gebessert hat.

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