Berufsunf√§higkeit ‚Äď Absicherung ist Aufgabe der privaten Versicherungswirtschaft

  • keine oder unzureichende Rente aus der Sozialversicherung

  • private Berufsunf√§higkeitsversicherung dringend zu empfehlen

  • Vertragsgestaltung bez√ľglich Verweisungsklausel kritisch pr√ľfen

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Wir empfehlen: Die Berufsunfähigkeitsrente sollte mindestens 70 % Ihres aktuellen Nettoeinkommens betragen.

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Das Wichtigste in K√ľrze

  • In der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es Leistungen bei Berufsunf√§higkeit nur noch als Bestandsschutz f√ľr Versicherte, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind.
  • Die Rentenh√∂he betr√§gt in diesem Fall nur etwa ein Viertel des letzten Nettogehalts.
  • In einer privaten Berufsunf√§higkeitsversicherung kann die Rente frei vereinbart werden. Falls finanziell tragbar, sollte ein Bruttogehalt abgesichert werden.
  • Berufsunf√§higkeit betrifft statistisch jeden vierten Arbeitnehmer. Durch psychische Erkrankungen und Diabetes sind auch Menschen in k√∂rperlich weniger belastenden Berufen gef√§hrdet.
  • Geleistet wird in der Regel ab 50 % Berufsunf√§higkeit.
  • Die Vertr√§ge verschiedener Anbieter unterscheiden sich in vielen Punkten. Wichtig sind unter anderem der Prognosezeitraum und die verschiedenen Verweisungsklauseln.

Inhalt

Was bedeutet Arbeitsunfähigkeit nach dem Gesetz?

Obwohl Arbeitsunf√§higkeit im Arbeitsrecht und Sozialversicherungsrecht oft erw√§hnt ist, fehlt in den Gesetzen eine Definition. In der Rechtsprechung gibt es aber eine recht klare Vorstellung. Danach ist ein Arbeitnehmer arbeitsunf√§hig, wenn er wegen Krankheit seine zuletzt ausge√ľbten Arbeitsaufgaben nicht mehr ausf√ľhren kann. Auch wenn sich die Krankheit durch die Arbeit verschlimmern w√ľrde, gilt er als arbeitsunf√§hig.

Berufsunf√§higkeit ‚Äď eine Frage der Definition

Was ist Berufsunfähigkeit in der Sozialversicherung?

Vorauszuschicken ist, dass die Versicherung von Berufsunf√§higkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung ein Auslaufmodell ist. Seit 2001 deckt die Rentenversicherung dieses Risiko nicht mehr ab. Nur √§ltere Versicherte, die am 1. Januar 1961 oder fr√ľher geboren sind, haben noch einen Bestandsschutz. F√ľr sie gilt ¬ß 240 des Sechsten Sozialgesetzbuchs (SGB VI). Danach wird bei der Feststellung einer Berufsunf√§higkeit auf den Beruf des Versicherten abgestellt. Konkret schreibt das Gesetz einen Vergleich zwischen seiner Erwerbsf√§higkeit und der eines k√∂rperlich und geistig Gesunden mit √§hnlicher Ausbildung und gleichwertigen Kenntnissen und F√§higkeiten vor. Der Versicherte darf also nur auf eine zumutbare andere T√§tigkeit verwiesen werden. Die jeweilige Arbeitsmarktlage ist dabei aber nicht zu ber√ľcksichtigen. Es kommt also nicht darauf an, ob es in einem zumutbaren anderen Beruf √ľberhaupt freie Stellen gibt.

Wann ist man berufsunfähig, wenn man privat versichert ist?

Berufsunf√§higkeit ist nach den Versicherungsbedingungen der Berufsunf√§higkeitsversicherung und der Berufsunf√§higkeitszusatzversicherung zu einer Lebensversicherung gegeben, wenn der Versicherte infolge Krankheit, K√∂rperverletzung (Unfall) oder mehr als altersentsprechendem Kr√§fteverfall voraussichtlich auf Dauer seinen zuletzt ausge√ľbten Beruf nicht mehr oder nicht mehr vollumf√§nglich aus√ľben kann. Grenze f√ľr die Berufsunf√§higkeit ist √ľblicherweise eine Einschr√§nkung von 50 %. Auch die Dauerhaftigkeit wird in den Bedingungen oft ‚Äď zugunsten den Kunden ‚Äď auf sechs Monate konkretisiert. Diese Frist wird als Prognosezeitraum bezeichnet. Je k√ľrzer er ist, desto besser. Ist er nicht bestimmt, geht die Rechtsprechung von etwa drei Jahren aus. F√ľr Beamte existiert eine Dienstunf√§higkeitsversicherung mit vergleichbarem Leistungsumfang.

Abstrakte Verweisung

In √§lteren Versicherungsbedingungen konnte der Versicherer seinen Kunden auf einen anderen Beruf verweisen, den er aufgrund seiner Ausbildung und F√§higkeiten aus√ľben kann und der seiner bisherigen Lebensstellung entspricht. Existiert ein solcher Beruf, liegt keine Berufsunf√§higkeit vor. Ob es freie Stellen gibt, spielt keine Rolle. Deshalb spricht man hier von einer abstrakten Verweisung. Sie entspricht im Wesentlichen der alten Regelung im Sozialversicherungsrecht. Es kann also passieren, dass der Versicherte zwar keine Arbeit findet, aber trotzdem keine Leistung aus seiner Versicherung bekommt. Verbrauchersch√ľtzer warnen dringend vor einer BU-Versicherung mit einer abstrakten Verweisungsklausel. Sie ist auch mittlerweile nicht mehr √ľblich.

Konkrete Verweisung

G√§ngiger Standard ist die konkrete Verweisung. Wenn der Versicherte tats√§chlich eine andere T√§tigkeit aus√ľbt, die seiner bisherigen Lebensstellung entspricht, liegt keine Berufsunf√§higkeit vor. Nur eine solche Berufsunf√§higkeitsversicherung ist sinnvoll, denn wenn Einkommen erzielt wird, ist die Versicherungsleistung ja auch nicht n√∂tig zur Deckung der Lebenshaltungskosten.

Verweisungsverzicht

Manche Vertr√§ge verzichten komplett auf die Verweisung. Allerdings werden stets Einkommensgrenzen vereinbart, damit der Rentenempf√§nger durch die Leistung seiner BU-Versicherung nicht √ľber Geb√ľhr bereichert ist. So kann die Rente beispielsweise entfallen, wenn der Versicherte in einem gleichwertigen Beruf mehr als 50 % oder in einem beliebigen anderen Beruf mehr als 80 % des bisherigen Einkommens tats√§chlich erzielt.

Berufsunf√§higkeit wegen Pflegebed√ľrftigkeit

Berufsunf√§higkeit kann sich auch infolge Pflegebed√ľrftigkeit ergeben. Voraussetzung ist hier, dass der Versicherte aus den genannten Ursachen Krankheit, Verletzung oder Kr√§fteverfall heraus f√ľr die gew√∂hnlichen und regelm√§√üig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des t√§glichen Lebens der Hilfe einer anderen Person bedarf.

Was ist dagegen Erwerbsunfähigkeit?

Bei der Feststellung einer Erwerbsunf√§higkeit kommt es nicht auf den bisherigen Beruf des Versicherten an, sondern auf seine Arbeitsf√§higkeit in einem beliebigen Beruf. In der gesetzlichen Rentenversicherung ist die Versicherung einer Erwerbsminderungsrente der Standard f√ľr alle, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind. Sinkt die Erwerbsf√§higkeit unter sechs Stunden, gibt es bereits eine halbe Rente. Sind es weniger als drei Stunden, wird die volle Rente gezahlt. Voraussetzung ist jeweils die Erf√ľllung der versicherungsrechtlichen Voraussetzungen. Das sind im Regelfall f√ľnf Jahre Vorversicherungszeit und drei Jahre Pflichtbeitr√§ge.

Private Versicherungsmöglichkeiten gegen Erwerbsunfähigkeit

Auch einige private Versicherer bieten Erwerbsunf√§higkeitsversicherungen an. Daraus gibt es eine Erwerbsunf√§higkeitsrente etwa analog zu den Voraussetzungen in der Sozialversicherung. Man kann damit also nicht das versicherte Spektrum von Erkrankungen erweitern, sondern nur die Leistung erh√∂hen. Sie betr√§gt in der gesetzlichen Rentenversicherung nur etwa ein halbes Nettogehalt bei voller Rente. Die verbleibende L√ľcke l√§sst sich durch private Vorsorge schlie√üen. Die Erwerbsunf√§higkeitsversicherung wird h√§ufig von Menschen genutzt, die in einem k√∂rperlich anstrengenden Beruf arbeiten und denen die Kosten einer Berufsunf√§higkeitsversicherung deshalb zu hoch sind. Auch bei Vorerkrankungen kommt sie in Betracht. Sie ist aber wegen der Einschr√§nkung auf Erwerbsunf√§higkeit statt Berufsunf√§higkeit nur bedingt empfehlenswert. Wer keine vollst√§ndige Berufsunf√§higkeitsversicherung bekommt oder sie sich nicht leisten kann, sollte √ľber eine Grundf√§higkeitsversicherung als bessere Alternative nachdenken. Durch Erg√§nzung um die Komponenten Dread Disease Versicherung, Unfallversicherung und Pflegeversicherung ist der Ausbau zu einer Existenzschutzversicherung m√∂glich.

Wie unterscheiden sich Berufsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit?

W√§hrend Berufsunf√§higkeit dauerhaft ist, ist Arbeitsunf√§higkeit ein vor√ľbergehender Zustand ‚Äď Sie k√∂nnen wegen Krankheit oder nach einem Unfall Ihre Arbeit nicht ausf√ľhren oder Ihre Gesundheit w√ľrde sich durch die Arbeit verschlechtern. W√§hrend der ersten drei Tage d√ľrfen Sie normalerweise einfach zu Hause bleiben. F√ľr eine l√§ngere Arbeitsunf√§higkeit stellt der Arzt eine Arbeitsunf√§higkeitsbescheinigung (AU) aus. Ihr Einkommen zahlt f√ľr sechs Wochen der Arbeitgeber weiter (Entgeltfortzahlung). Danach gibt es Krankengeld von der Krankenkasse, insgesamt ‚Äď also einschlie√ülich der Entgeltfortzahlung ‚Äď f√ľr maximal 78 Wochen. Eine Arbeitsunf√§higkeitsrente im eigentlichen Sinn gibt es also nicht. Die Krankentagegeldversicherung √ľbernimmt die Rolle der Arbeitsunf√§higkeitsversicherung.

Welche Krankheiten f√ľhren besonders h√§ufig zur Berufsunf√§higkeit?

Jeder Vierte wird im Laufe seines Arbeitslebens mindestens einmal ‚Äď zumindest vor√ľbergehend ‚Äď berufsunf√§hig. Zwar ist das Risiko bei schwerer k√∂rperlicher Arbeit h√∂her. Das macht sich auch in der Kalkulation der Beitr√§ge bemerkbar. Aber Berufsunf√§higkeit kann jeden treffen ‚Äď zunehmend auch Menschen, die im B√ľro arbeiten. Sie halten mit der Geschwindigkeit von Ver√§nderungsprozessen und dem Arbeitsdruck nicht mehr mit und erkranken irgendwann psychisch. Nervenkrankheiten, darunter auch Depression und Burnout, machen nach einer Untersuchung des Analysehauses Morgen & Morgen aus dem Jahr 2019 knapp 30 % der Leistungsf√§lle in der privaten BU-Versicherung aus. Es folgen Skeletterkrankungen (zum Beispiel R√ľcken und Knie) mit mehr als 20 % und Krebs mit 17 %. Wichtig f√ľr Schreibtischarbeiter: Auch Diabetes ist auf dem Vormarsch ‚Äď eine typische Erkrankung, die mit Ern√§hrung und Bewegungsmangel zu tun haben kann.

Verteilung der häufigsten BU-Ursachen

Psychische Erkrankungen
0%
St√ľtz- & Bewegungsapparat
0%
Krebserkrankungen
0%
Unfälle
0%
Herzerkrankungen
0%
Sonstige
0%

Stand: 05/2020 © MORGEN & MORGEN, alle Rechte vorbehalten.
Quelle: Werte verifiziert durch MORGEN & MORGEN GmbH, Abb. D V20037

Wie wird Berufsunfähigkeit festgestellt?

Die private Versicherung und die gesetzliche Rentenversicherung pr√ľfen anhand √§rztlicher Gutachten, ob die oben skizzierten Voraussetzungen f√ľr eine Berufsunf√§higkeit gegeben sind.

Keine einfache Tabelle f√ľr den Grad der Berufsunf√§higkeit

Vielleicht kennen Sie aus der Unfallversicherung die sogenannte Gliedertaxe ‚Äď eine Tabelle, aus der sich der Invalidit√§tsgrad bei Verlust oder Gebrauchsunf√§higkeit von Gliedma√üen und Sinnesorganen direkt ablesen l√§sst. So einfach ist es in der Berufsunf√§higkeitsversicherung leider nicht. Ma√üstab ist hier ja der individuelle Beruf. Ob ein Sachbearbeiter im Rechnungswesen noch Treppen steigen kann, ist f√ľr seinen Beruf egal, selbst der Verlust des Geh√∂rs wird ihn m√∂glicherweise nicht wesentlich beeintr√§chtigen. Ein Chirurg und ein Pianist werden dagegen schon berufsunf√§hig sein, wenn ein Finger nicht mehr zu gebrauchen ist. Deshalb ist eine allgemeine Invalidit√§tstabelle nicht m√∂glich. Ein g√§ngiger Ma√üstab f√ľr den Grad der Berufsunf√§higkeit ist auch in der privaten Versicherung die Zahl der noch zumutbaren Arbeitsstunden.

Wer stellt eine Berufsunfähigkeit fest?

Formal erfolgt die Feststellung in der Rentenversicherung durch einen Bescheid des Versicherungstr√§gers, in der privaten Versicherung durch eine Anerkennung oder Ablehnung Ihres Leistungsantrags. Der Sachbearbeiter wird sich dabei, wie erw√§hnt, auf ein medizinisches Gutachten st√ľtzen. Bestehen Unklarheiten oder Zweifel hinsichtlich der Einsch√§tzung durch Ihre behandelnden √Ąrzte, wird der Versicherer einen eigenen Gutachter beauftragen. Kommt dieser zu einer anderen ‚Äď ablehnenden ‚Äď Entscheidung, k√∂nnen Sie sich dagegen wehren. In der Sozialversicherung gibt es zun√§chst die M√∂glichkeit des Widerspruchs. Ist der erfolglos, bleibt nur die Klage vor dem Sozialgericht. Die private Versicherungswirtschaft kennt f√ľr Verfahren bis 100.000 Euro den Ombudsmann als au√üergerichtliche Schlichtungsstelle. Er kann bis zu 10.000 Euro f√ľr den Versicherer verbindlich entscheiden. Bei einer BU-Rente sind die Streitwerte aber deutlich h√∂her, sodass maximal eine unverbindliche Empfehlung n√∂tig ist. Geht es um mehr als 100.000 Euro, ist auf jeden Fall der Klageweg vor einem Zivilgericht n√∂tig. Vorher ist eine Beschwerde bei der Bundesanstalt f√ľr Finanzdienstleistungsaufsicht als Druckmittel zu √ľberlegen. Solche Beschwerden werden bei den Versicherungen sehr ernst genommen, zumal die Beschwerdequoten ver√∂ffentlicht werden.

FAQ

Ganz allgemein gesprochen sind Sie berufsunf√§hig, wenn Sie einen bestimmten Beruf aus gesundheitlichen Gr√ľnden nicht mehr aus√ľben k√∂nnen. Beurteilt wird die Berufsunf√§higkeit anhand des Berufs, den Sie zuletzt gehabt haben, bevor Sie krank geworden sind. Die Definitionen im Sozialversicherungsrecht und in den Allgemeinen Bedingungen f√ľr die Berufsunf√§higkeitsversicherung bei einem privaten Versicherungsunternehmen unterscheiden sich erheblich.

Arbeitsunf√§higkeit bedeutet, dass Sie wegen einer Erkrankung oder eines Unfalls Ihre normale Arbeit nicht verrichten k√∂nnen oder sich Ihre Gesundheit durch die Arbeit verschlechtern w√ľrde. Ein Mitarbeiter im Call Center sollte bei Erk√§ltung und Husten seine Stimme schonen, ein Berufskraftfahrer darf mit einer gebrochenen Hand kein Fahrzeug lenken, und mit einer Grippe gehen Sie nicht ins B√ľro, schon um die Kollegen zu sch√ľtzen. Eine Arbeitsunf√§higkeit ist in den meisten F√§llen vor√ľbergehend. Erst wenn Sie Ihren Beruf dauerhaft nicht mehr aus√ľben k√∂nnen, spricht man von Berufsunf√§higkeit. K√∂nnen Sie gar keinem Beruf mehr nachgehen, auch nicht bei besonders geringen Anforderungen an K√∂rper oder Psyche, liegt Erwerbsunf√§higkeit vor.

Berufsunf√§higkeit ist gegeben, wenn der Versicherte voraussichtlich auf Dauer seinen zuletzt ausge√ľbten Beruf nicht mehr oder nicht mehr vollumf√§nglich aus√ľben kann und auch keine andere T√§tigkeit aus√ľbt, die seiner bisherigen Lebensstellung entspricht. Versicherte Ursachen einer Berufsunf√§higkeit sind Krankheit, K√∂rperverletzung oder mehr als altersentsprechender Kr√§fteverfall. Was unter einer dauerhaften Einschr√§nkung zu verstehen ist, wird in modernen Vertr√§gen konkret angegeben (Prognosezeitraum). Meist ist es ein Zeitraum von mehr als sechs Monaten. Bei teilweiser Berufsunf√§higkeit wird die versicherte Rente meist ab einer Berufsunf√§higkeit von 50 % gezahlt.

Maßgebend sind neben dem Beruf des Versicherten die im Gesetz (§ 240 SGB VI) bzw. in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen geregelten Kriterien. Sie können sehr unterschiedlich sein, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, den Versicherten auf einen anderen Beruf zu verweisen.

Die gesetzliche Rentenversicherung bzw. die privaten Versicherungsunternehmen entscheiden individuell anhand √§rztlicher Gutachten. Bei Unklarheiten, widerspr√ľchlichen Angaben und Zweifeln werden die Versicherer eigene Gutachter beauftragen.

Pr√ľfen Sie Ihre privaten Versicherungen, ob daraus eine Leistung zu erwarten ist. Infrage kommen nicht nur Berufsunf√§higkeitsversicherungen mit Rente bzw. Dienstunf√§higkeitsversicherungen, sondern auch Grundf√§higkeitsversicherung, Unfallversicherung, Pflegeversicherung und andere. Melden Sie Ihren Leistungsanspruch rechtzeitig an, damit die n√∂tigen Pr√ľfungen unverz√ľglich starten k√∂nnen und keine Einkommensl√ľcke entsteht. Kl√§ren Sie au√üerdem, ob Sie eine gesetzliche Rente erhalten k√∂nnen. Das ist der Fall, wenn Sie entweder vor dem 2. Januar 1961 geboren sind oder mit der Berufsunf√§higkeit gleichzeitig eine Erwerbsminderung eingetreten ist. Eine halbe Rente bekommen Sie schon, wenn Sie keinen Beruf f√ľr mindestens sechs Stunden am Tag aus√ľben k√∂nnen.

Die Leistungen aus einem privaten Vertrag erbringt das jeweilige Versicherungsunternehmen. Meist wird die Berufsunf√§higkeitsversicherung beitragsfrei gestellt. Sie m√ľssen sie also w√§hrend der Dauer Ihrer Berufsunf√§higkeit nicht weiterbezahlen. Wenn Sie einen Anspruch aus der Sozialversicherung haben, zahlt daf√ľr der Rentenversicherungstr√§ger, also meist die Deutsche Rentenversicherung Bund, aber auch zum Beispiel die Bundesknappschaft.

Liegt nur Berufsunf√§higkeit vor, aber keine Erwerbsunf√§higkeit, gibt es eine halbe Erwerbsminderungsrente. Sie wird aber nur gezahlt, wenn Sie zu den √§lteren Versicherten geh√∂ren, f√ľr die der Bestandsschutz gilt. Eine halbe Rente entspricht in etwa einem Viertel des letzten Nettogehalts vor Eintritt der Berufsunf√§higkeit. Davon sind Beitr√§ge zur Kranken- und Pflegeversicherung zu entrichten. Je nach H√∂he der Rente und weiterer Eink√ľnfte ist die Berufsunf√§higkeitsrente auch steuerpflichtig. Netto bleibt also nur sehr wenig √ľbrig. Sie sehen: private Vorsorge ist dringend n√∂tig.

Reicht die Rente nicht aus, k√∂nnen Sie zus√§tzlich Grundsicherung (Hartz IV) beantragen. Die gibt es aber nur bei Bed√ľrftigkeit. Es d√ľrfen weder weitere Eink√ľnfte noch Verm√∂gen oberhalb von Schonbetr√§gen vorhanden sein. In diesem Fall kann sich der Antrag lohnen, auch wenn die Rente h√∂her ist als der Hartz-IV-Satz. Denn bei der Grundsicherung werden auch Miete und Nebenkosten √ľbernommen.

In der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es bei Bezug der halben Rente einen Freibetrag. Er wird individuell aus dem Arbeitseinkommen der letzten 15 Jahre berechnet. Mindestens sind 2020 15.479,10 Euro und 2021 15.989,40 Euro erlaubt. Die Grenze wird j√§hrlich neu festgesetzt. Eink√ľnfte oberhalb der Grenze d√ľrfen Sie zu 60 % behalten. 40 % werden mit der Rente verrechnet, f√ľhren also zu einer Rentenk√ľrzung. In der privaten BU-Versicherung sind die Einkommensgrenzen vertraglich geregelt, zum Beispiel 80 % des bisherigen Einkommens. Werden diese Grenzen √ľberschritten, entf√§llt die Rente.

Die Voraussetzungen sind im Vertrag geregelt. √úblich ist eine Berufsunf√§higkeit im zuletzt ausge√ľbten Beruf von mindestens 50 % f√ľr mindestens sechs Monate (Prognosezeitraum). Der Grad der Berufsunf√§higkeit wird durch ein √§rztliches Gutachten bestimmt. Neben k√∂rperlichen k√∂nnen auch seelische Gr√ľnde f√ľr die Beeintr√§chtigung ausschlaggebend sein. Ein Kriterium, wann die 50 % erreicht sind, sind die bisher geleisteten uns jetzt noch zumutbaren Arbeitsstunden. Die Leistung beginnt nach den meisten Bedingungen im Monat nach Eintritt der Berufsunf√§higkeit. Eine Arbeitsunf√§higkeitsbescheinigung √ľber mehr als sechs Monate reicht normalerweise nicht aus, es sei denn, im Vertrag ist eine Arbeitsunf√§higkeitsklausel vereinbart.

Gehen Sie davon aus, dass Sie aus der gesetzlichen Rentenversicherung keine Leistung bekommen. Dort ist f√ľr die allermeisten Versicherten nur Erwerbsunf√§higkeit abgesichert, nicht Berufsunf√§higkeit. Die private Rente muss also Ihren bisherigen Finanzbedarf komplett abdecken. Nur sehr wenige Posten werden wegfallen, zum Beispiel der Beitrag f√ľr die BU-Versicherung selbst, wenn diese beitragsfrei gestellt wird. Bedienen Sie Sparpl√§ne weiter, damit Sie sich weiterhin W√ľnsche erf√ľllen k√∂nnen und keine L√ľcke in Ihrer Altersversorgung entsteht. Bei Krankheit sind die Lebenshaltungskosten in der Regel h√∂her als bei einem gesunden Menschen (vermehrter Bedarf). Ber√ľcksichtigen Sie Zuzahlungen zu Medikamenten, Physiotherapie, eine regelm√§√üige Kur und dergleichen. Schlie√ülich k√∂nnen auf die Rente Steuern zu zahlen sein. Beitr√§ge zur Kranken- und Pflegeversicherung fallen in jedem Fall bei Privatpatienten an, unter Umst√§nden aber auch bei gesetzlich Versicherten. Sichern Sie also m√∂glichst das Bruttogehalt ab.

Eine Ablehnung kann viele Gr√ľnde haben. Pr√ľfen Sie, ob die Begr√ľndung der Versicherung stichhaltig ist: Haben Sie bei der Beantragung eine Vorerkrankung nicht angegeben (Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht)? Ist die Berufsunf√§higkeit auf eine ausgeschlossene Krankheit zur√ľckzuf√ľhren? Versucht der Versicherer, Sie auf einen anderen, zumutbaren Beruf zu verweisen? Bezweifelt er, dass der Grad von 50 % Berufsunf√§higkeit erreicht sei? Halten Sie die Begr√ľndung der Ablehnung f√ľr unzutreffend, widersprechen Sie. Belegen Sie Ihren Widerspruch mit Unterlagen zu Ihrer Krankengeschichte. Schalten Sie eventuell einen eigenen Gutachter ein. Haben Sie den Eindruck, dass die Versicherung Sie ungerecht behandelt oder die Regulierung verschleppt, beschweren Sie sich beim Versicherungsombudsmann oder bei der Bundesanstalt f√ľr Finanzdienstleistungsaufsicht. Lassen Sie sich gegebenenfalls anwaltlich beraten. √úberlegen Sie gemeinsam mit dem Anwalt, ob ein Rechtsstreit lohnt. In etwa der H√§lfte der F√§lle kann vor Gericht ein Vergleich geschlossen werden. Dass die Versicherung einen Prozess komplett verliert, passiert eher selten ‚Äď nur in etwa 10 % der F√§lle.

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