Berufsunf√§higkeitsversicherung f√ľr √Ąrzte: passende L√∂sungen f√ľr einen besonderen Beruf

  • √Ąrzte sind besonders hohen Risiken f√ľr eine Berufsunf√§higkeit ausgesetzt

  • gesetzliche Rentenversicherung und Versorgungswerke bieten kaum Schutz

  • in privaten BU-Vertr√§ge auf spezielle Regelungen f√ľr √Ąrzte achten

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Wir empfehlen: Die Berufsunfähigkeitsrente sollte mindestens 70 % Ihres aktuellen Nettoeinkommens betragen.

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Das Wichtigste in K√ľrze

  • √Ąrzte sind hohen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Je nach T√§tigkeit ziehen schon kleinere Verletzungen oder Erkrankungen Berufsunf√§higkeit nach sich.
  • Die Sozialversicherung greift ‚Äď wenn √ľberhaupt ‚Äď nur bei Erwerbsunf√§higkeit, Versorgungswerke leisten nur bei vollst√§ndiger Aufgabe des Arztberufs.
  • Eine private Berufsunf√§higkeitsversicherung zahlt bereits ab 50 % Berufsunf√§higkeit. Die H√∂he der Rente kann frei vereinbart werden.
  • Wichtig in der BU-Versicherung f√ľr Mediziner sind Infektionsklausel, ein Ausschluss von Verweisungen auf andere √§rztliche T√§tigkeiten sowie ein Verzicht auf die Umorganisation der Praxis.
  • Eine BU-Versicherung ohne Gesundheitspr√ľfung ist f√ľr gesunde Antragsteller nicht empfehlenswert. Um negative Einfl√ľsse von Vorerkrankungen zu vermeiden. sollte der Vertragsabschluss m√∂glichst fr√ľh ‚Äď am besten schon im Studium ‚Äď erfolgen.
  • Die Rentenh√∂he orientiert sich idealerweise am Bruttoeinkommen. Sie sollte der allgemeinen Preisentwicklung und den individuellen Lebensumst√§nden angepasst werden k√∂nnen. Bei Kombination mit einer Altersvorsorge darf die BU-Komponente nicht zu kurz kommen.

Inhalt

Hohe BU-Risiken f√ľr √Ąrzte

Der Beruf des Arztes ist physisch und psychisch sehr fordernd. Nicht erst seit der Covid19-Pandemie wei√ü auch die √Ėffentlichkeit, was Schichtdienst und Personalmangel den Mitarbeitern in Medizinberufen abverlangen. Bei niedergelassenen √Ąrzten kommen die F√ľhrung des eigenen Unternehmens und die Verantwortung f√ľr die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinzu. F√ľr manche √§rztliche T√§tigkeiten bedeuten schon kleine Verletzungen der H√§nde das Aus ‚Äď etwa bei Chirurgen und Zahn√§rzten. Auch chronische Erkrankungen des R√ľckens oder der Augen ziehen Berufsunf√§higkeit f√ľr einen Arzt, der am Operationstisch stehen muss, nach sich.

Sozialversicherung und Versorgungswerk sichern Berufsunfähigkeit nur unzureichend ab

Niedergelassene √Ąrzte erf√ľllen regelm√§√üig nicht die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen, um Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente zu haben. Hierf√ľr sind f√ľnf Jahre Versicherungszeit und drei Jahre Beitragszahlung in die Rentenkasse n√∂tig. Au√üerdem ist hier nur die Erwerbsunf√§higkeit in einem beliebigen Beruf versichert, ohne R√ľcksicht auf Einkommen und Ansehen der T√§tigkeit. Auch die an sich gut aufgestellten Versorgungswerke helfen nicht weiter. Sie versichern nur die Aufgabe des Arztberufs zu 100 %. Zwar gibt es hier keine Gesundheitspr√ľfung, im Leistungsfall aber umfangreiche M√∂glichkeiten des Verweises auf andere √§rztliche T√§tigkeiten ‚Äď dazu sp√§ter mehr.

Die private BU-Versicherung f√ľr √Ąrzte

Ein Arzt genie√üt nicht nur ein hervorragendes Ansehen in der Gesellschaft. Viele √Ąrzte erzielen durch ihre T√§tigkeit ein Einkommen, das ihnen einen hohen Lebensstandard erm√∂glicht. Bereits ein Assistenzarzt startet mit einem Einkommen von rund 4.600 Euro monatlich in einem kommunalen Krankenhaus. Universit√§ts- und Privatkliniken zahlen bis zu 5.100 Euro. Mit dem Aufstieg zum Facharzt, Oberarzt und Chefarzt sind Geh√§lter bis zu 450.000 Euro im Jahr m√∂glich. In der eigenen Praxis sind j√§hrliche Reinertr√§ge von mehreren 100.000 Euro nicht selten.

StelleDurchschnittliches Jahresgehalt (Brutto)
Chefarzt150.000 ‚Äď 450.000 Euro
Oberarzt90.000 ‚Äď 165.000 Euro
Facharzt70.000 ‚Äď 95.000 Euro
Assistenzarzt55.000 ‚Äď 70.000 Euro

Quellen: IWW.de, Kienbaum.com

Wie oben erl√§utert, sch√ľtzen weder die gesetzliche Rentenversicherung noch die berufsst√§ndischen Versorgungswerke dieses komfortable Einkommen, den damit verbundenen Lebensstandard und das mit dem Arztberuf verbundene soziale Prestige. Die private Berufsunf√§higkeitsversicherung ist deshalb nicht nur sinnvoll, sondern eigentlich zwingend notwendig. Sie greift bereits ab einer Berufsunf√§higkeit von 50 %. Die im BU-Fall an den Arzt gezahlte Rentenh√∂he ist innerhalb der vom Versicherungsunternehmen angebotenen Grenzen frei zu vereinbaren. Viele Versicherer bieten spezielle Konzepte einer Berufsunf√§higkeitsversicherung mit Rente f√ľr Arztberufe an. Allerdings sind nicht alle Vertr√§ge optimal f√ľr Mediziner angepasst. Zwar lassen sich viele Inhalte einer normalen BU-Versicherung f√ľr Selbstst√§ndige und Freiberufler auch auf √Ąrzte √ľbertragen. Im Detail sind aber spezielle L√∂sungen n√∂tig, damit die Berufsunf√§higkeit des Arztes oder Zahnarztes passgenau abgesichert ist.

Berufsunfähig wegen einer Infektion

Die Infektionsklausel in einer √§rztlichen BU-Versicherung regelt, dass Berufsunf√§higkeit bereits gegeben ist, wenn von dem Versicherten wegen einer Infektion ein Risiko f√ľr seine Patientinnen und Patienten ausgeht und er deshalb nicht mehr arbeiten darf.

Arztklausel schließt Verweisung aus

Die private BU-Versicherung soll mit dem Einkommen vor allem den sozialen und gesellschaftlichen Status des Berufsunf√§higen erhalten. Ein Problem ist in diesem Zusammenhang die vertragliche M√∂glichkeit des Versicherers, seinen Kunden auf einen gleichwertigen Beruf zu verweisen. Die sogenannte abstrakte Verweisung ist heute nicht mehr √ľblich. Mit einer solchen Klausel konnte der Versicherer auf einen gesundheitlich zumutbaren und √§hnlich bezahlten Beruf verweisen, auch wenn es darin keine freien Stellen gibt. Die konkrete Verweisung auf eine zumutbare und auch praktisch m√∂gliche T√§tigkeit ist dagegen in vielen BU-Vertr√§gen weiterhin enthalten. F√ľr √Ąrzte stellt sich folgendes Problem: Sie k√∂nnen zwar ihre bisherige T√§tigkeit nicht mehr aus√ľben, aber sehr wohl noch als medizinische Gutachter t√§tig sein ‚Äď absolut zweitklassig f√ľr einen engagierten Arzt. Mit der Arztklausel stellt die BU-Versicherung allein auf die bislang ausge√ľbte √§rztliche T√§tigkeit ab ‚Äď eine Verweisung ist damit ausgeschlossen.

Umorganisation der Praxis regeln

Eine weitere wichtige Regelung in der Berufsunf√§higkeitsversicherung niedergelassener √Ąrzte und Zahn√§rzte ist die sogenannte Umorganisationsklausel. Mit ihr wird vereinbart, inwieweit der versicherte Arzt seine Praxis oder die Gemeinschaftspraxis, in der er t√§tig ist, neu organisieren muss. Eine Umorganisation kann dazu f√ľhren, dass der Arzt trotz gesundheitlicher Einschr√§nkungen weiter mitarbeiten kann ‚Äď allerdings oft um den Preis eines geringeren Einkommens oder einer weniger sinnstiftenden T√§tigkeit. Optimal ist eine Klausel, mit der der Versicherer auf eine Umorganisation verzichtet. Meist ist dieser Verzicht aber an eine Bedingung gekn√ľpft: Es darf in der Einzel- bzw. Gemeinschaftspraxis oder in der sogenannten Berufsaus√ľbungsgemeinschaft kein weiterer approbierter (staatlich zugelassener) Mitarbeiter besch√§ftigt sein, zumindest nicht auf dem Fachgebiet des Versicherten.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen

Eine BU-Versicherung ohne Gesundheitsfragen oder mit vereinfachter Gesundheitspr√ľfung f√ľr √Ąrzte klingt nach einer guten, einfachen L√∂sung. Aber ist sie das wirklich? Die Erfahrung zeigt, dass solche Angebote vor allem von Kunden genutzt werden, die aufgrund vorangegangener Behandlungen oder noch bestehender Erkrankungen Schwierigkeiten haben, bei anderen Anbietern mit Gesundheitspr√ľfung einen Vertrag zu bekommen. Oft sind BU-Versicherungen aufgrund von Vorerkrankungen nur mit Ausschl√ľssen, Risikozuschl√§gen oder auch gar nicht m√∂glich. Verzichtet ein Versicherer auf Gesundheitsfragen, muss er seine Tarife entsprechend kalkulieren. Anders ausgedr√ľckt: Bei einer solchen Berufsunf√§higkeitsversicherung sind die Kosten f√ľr einen gesunden Versicherten unn√∂tig hoch. Ein weiteres Problem: Der Abschluss einer BU-Versicherung ohne Gesundheitsfragen ist bei vielen Anbietern auf minimale Renten beschr√§nkt. Aber was will ein Arzt mit einer monatlichen BU-Rente von 250 Euro anfangen? Das ist angesichts seines Einkommens aus aktiver T√§tigkeit nicht einmal ein Taschengeld.

Die sinnvollste M√∂glichkeit ist, eine Berufsunf√§higkeitsversicherung so fr√ľh wie m√∂glich abzuschlie√üen. Das hat nicht nur Vorteile wegen des besseren Gesundheitszustands ‚Äď die Antragsfragen hierzu werden in der Regel kein Problem f√ľr junge Interessenten sein. In den meisten F√§llen tritt eine Berufsunf√§higkeit erst im letzten Drittel des Erwerbslebens ein. Entsprechend kalkuliert der Versicherer einen gleichbleibenden Beitrag. Der ist bei fr√ľhem Abschluss g√ľnstiger, weil mehr Zeit f√ľr das Ansparen von Kapital bleibt. Berufsunf√§higkeitsversicherungen k√∂nnen √ľbrigens problemlos bereits vor dem Eintritt in das Berufsleben abgeschlossen werden, zum Beispiel als BU-Versicherung f√ľr Medizinstudenten oder f√ľr Auszubildende in Gesundheitsberufen.

H√∂he der BU-Rente und Kombination der Berufsunf√§higkeitsversicherung f√ľr √Ąrzte mit Altersversorgung

Freiberuflich t√§tige √Ąrzte haben nicht nur das Problem einer unzureichenden Versorgung bei der Berufsunf√§higkeitsrente. Auch die normale Altersversorgung muss geplant werden, da keine oder nur eine sehr geringe Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu erwarten ist. Es liegt nahe, in der Beratung zum Versicherungsbedarf die Themen Altersversorgung, vor√ľbergehende Arbeitsunf√§higkeit und dauernde Berufsunf√§higkeit miteinander zu verkn√ľpfen. Grunds√§tzlich ist dieses Vorgehen nicht zu beanstanden. Alle diese Themen sind wichtig. Die Verbindung sollte aber nicht dazu f√ľhren, dass jeder freie Euro in die Bildung von Alterskapital gesteckt wird. Die Absicherung des Berufsunf√§higkeits-Risikos f√ľr den (angehenden) Arzt darf nicht zu kurz kommen. Verplanen Sie auch nicht Ihr gesamtes freies Einkommen f√ľr Versicherungen. Sie werden beispielsweise auch Geld f√ľr den Erwerb einer Immobilie bzw. f√ľr die Tilgung eines Immobilienkredits zur Verf√ľgung haben wollen.

BU-Rente f√ľr √Ąrzte ausreichend und dynamisch vereinbaren

Richten Sie die Rente am Bruttoeinkommen aus. Je nach H√∂he Ihrer gesamten Eink√ľnfte m√ľssen Sie f√ľr die Leistungen der Berufsunf√§higkeitsversicherung Steuern bezahlen. Und auch die Krankenversicherungsbeitr√§ge laufen weiter ‚Äď zumindest bei privat Versicherten, was bei vielen √Ąrzten der Fall sein wird. Mit einer Dynamisierung passen Sie die Leistung aus Ihrer Berufsunf√§higkeitsversicherung der Geldentwertung durch Inflation an. Sinnvoll ist zudem eine Nachversicherungsgarantie ohne Gesundheitspr√ľfung zu festgelegten Anl√§ssen. Wie eingangs gezeigt, erh√∂ht sich das Gehalt mit dem Erreichen weiterer Karrierestufe betr√§chtlich. Und auch eine gut laufende Praxis f√ľhrt zu steigenden Ertr√§gen. Ihr Versicherungsschutz sollte damit jederzeit Schritt halten.