Das Wichtigste in Kürze
- Als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt zahlst du niedrige Beiträge, dennoch ist die private BU-Versicherung wichtig: Das Versorgungswerk leistet meist nur bei nahezu vollständiger Berufsunfähigkeit.
- Die private Berufsunfähigkeitsversicherung setzt schon bei 50 Prozent an, sichert dein Einkommen ab und zahlt zusätzlich zum Versorgungswerk.
- Achte auf Verzicht auf abstrakte Verweisung, eine starke Nachversicherungsgarantie und, bei eigener Kanzlei, eine faire Umorganisationsklausel.
Als Rechtsanwalt lebst du von deiner Denk- und Arbeitskraft. Fällt sie durch eine Krankheit aus, wird schnell klar, wie groß die finanzielle Lücke ist. Diese Absicherung übernimmt eine private Berufsunfähigkeitsversicherung. Für Rechtsanwälte ist sie besonders wichtig, weil das anwaltliche Versorgungswerk nur in Extremfällen zahlt. Hier erfährst du, warum, worauf du achten solltest und wie hoch deine BU-Rente sein sollte.
Warum das Versorgungswerk nicht reicht
Über das Versorgungswerk der Rechtsanwälte bist du grundsätzlich abgesichert, aber die Hürde ist hoch. Eine Berufsunfähigkeitsrente aus dem Versorgungswerk gibt es in der Regel erst, wenn du deinen Anwaltsberuf vollständig oder nahezu vollständig aufgibst, oft verbunden mit der Rückgabe der Zulassung. Wie selten das greift, zeigt eine Zahl aus Nordrhein-Westfalen: Nur rund 0,79 Prozent der Mitglieder erhalten überhaupt eine solche Rente. Eine teilweise Berufsunfähigkeit, etwa durch eine psychische Erkrankung, die dich auf 40 Prozent Leistung drückt, ist damit nicht abgedeckt. Genau hier springt die private BU ein.
Die private BU für Rechtsanwälte: das schließt sie ab
Die private Berufsunfähigkeitsversicherung leistet bereits, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich sechs Monaten lang zu unter 50 Prozent ausüben kannst, und zahlt zusätzlich zur Leistung des Versorgungswerks. Für Rechtsanwälte sind besonders wichtig:
- Verzicht auf die abstrakte Verweisung: Du musst dich nicht auf eine andere juristische Tätigkeit verweisen lassen.
- Starke Nachversicherungsgarantie: Du kannst die Höhe der Absicherung bei Karrieresprüngen ohne neue Gesundheitsprüfung anheben.
- Faire Umorganisation: Als Kanzleiinhaber ist entscheidend, wie der Versicherer die Möglichkeit einer Umorganisation bewertet.
Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Die BU-Rente soll deinen Einkommensausfall auffangen. Als grobe Orientierung gelten rund 80 Prozent deines Nettoeinkommens, viele Anwälte sichern eine monatliche BU-Rente von 2.500 bis 4.000 Euro ab. Weil das Einkommen gerade in den ersten Jahren stark steigt, ist eine hohe Nachversicherungsgarantie so wertvoll: Du startest günstig und passt die Höhe später an. Wie viel in deinem Fall sinnvoll ist, zeigt dir der BU-Rechner.
Je früher, desto günstiger
Der beste Zeitpunkt für den Abschluss ist die Referendar- oder Berufseinsteigerzeit. Als junge Anwältin sicherst du dir niedrige Beiträge und eine einfache Gesundheitsprüfung. Wer erst nach einigen Jahren abschließt, zahlt deutlich mehr und riskiert Ausschlüsse. Vergleiche dabei die Bedingungen, nicht nur den Preis, mehr dazu unter BU-Kosten und im Tarifvergleich.
Wenn bereits eine Erkrankung besteht
Hast du bereits eine gesundheitliche Vorgeschichte, entscheidet jeder Versicherer individuell über Annahme, Zuschlag oder Ausschluss. Am sichersten klärst du deine Chancen mit einer anonymen Risikovoranfrage, ohne dass eine Ablehnung aktenkundig wird. Und liegt bereits Berufsunfähigkeit vor und der Versicherer zahlt nicht, hilft dir BU zahlt nicht weiter.
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Häufige Fragen
Reicht das Versorgungswerk als Anwalt aus?
Was kostet die Berufsunfähigkeitsversicherung für Rechtsanwälte?
Worauf sollten Anwälte besonders achten?
Quelle: Bundesrechtsanwaltskammer, Versorgungswerk-Statistik
