Ratgeber

Berufsunfähigkeit durch Depression: Wann zahlt die BU?

Berufsunfähigkeit durch Depression: Wann zahlt die BU?
Ursachengruppe
Psyche (Nr. 1)
BU-Leistung ab
50 % Einschränkung, 6 Monate
Neuabschluss
nach Ausheilung leichter

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Depression kann berufsunfähig machen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn du deinen Beruf voraussichtlich sechs Monate zu unter 50 Prozent ausüben kannst und das fachärztlich belegt ist.
  • Psychische Erkrankungen wie Depression sind die mit Abstand häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit.
  • Mit einer Depression in der Vorgeschichte ist der Neuabschluss schwierig, oft nur mit Ausschluss oder Ablehnung. Nach mehreren beschwerdefreien Jahren steigen die Chancen deutlich.
  • Achte unbedingt auf einen Tarif, der psychische Erkrankungen nicht ausschließt, und kläre deine Optionen mit einer anonymen Risikovoranfrage.

Eine Depression ist keine vorübergehende schlechte Stimmung, sondern eine ernste Erkrankung, die Menschen über Monate arbeitsunfähig machen kann. Für Betroffene stellt sich die Frage, wann eine Depression berufsunfähig macht und ob die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt. Hier erfährst du, warum die Psyche der häufigste Grund für Berufsunfähigkeit ist, wann die BU leistet, warum eine Depression in der Vorgeschichte den Abschluss erschwert und wie du dich absicherst.

Noch keine BU? Achte auf einen Tarif ohne Ausschluss für psychische Erkrankungen und prüfe deine Chancen mit einer anonymen Risikovoranfrage.

Depression als häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit

Psychische Erkrankungen sind der häufigste Grund für Berufsunfähigkeit in Deutschland. Je nach Auswertung entfallen rund ein Drittel bis fast die Hälfte aller neuen BU-Fälle auf die Psyche, und die Depression ist dabei die wichtigste Einzeldiagnose, zusammen mit Angststörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen. Damit haben psychische Erkrankungen als Ursache für Berufsunfähigkeit klassische Auslöser wie Erkrankungen des Bewegungsapparats oder Krebs längst überholt. Viele Betroffene erfahren erst im Leistungsfall, wie eng ihr Schutz mit psychischen Vorerkrankungen zusammenhängt.

Der Grund liegt auf der Hand: Dauerstress, hohe Anforderungen und ständige Erreichbarkeit setzen der Psyche zu. Eine Depression kann jeden treffen, unabhängig von Beruf, Alter oder Bildung. Genau deshalb ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die psychische Erkrankungen voll mitversichert, so wichtig.

Wann macht eine Depression berufsunfähig?

Eine Depression äußert sich durch Symptome wie anhaltende Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen sowie den Verlust von Interesse und Freude. Als Person, die unter diesen Beschwerden leidet, kannst du deinen Beruf oft nur eingeschränkt ausüben. In schweren Fällen ist an Arbeit nicht mehr zu denken. Ob daraus Berufsunfähigkeit wird, hängt vom Schweregrad und von deinem Beruf ab.

Berufsunfähigkeit im Sinne der Versicherung liegt vor, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate zu unter 50 Prozent ausüben kannst. Eine leichte, gut behandelbare depressive Episode erreicht diese Schwelle in der Regel nicht. Eine mittelgradige oder schwere Depression, die über Monate anhält und trotz Behandlung fortbesteht, kann dagegen sehr wohl zur Berufsunfähigkeit führen.

Zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung bei Depression?

Grundsätzlich zahlt jede Berufsunfähigkeitsversicherung auch bei einer Depression, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. In der Praxis prüfen Versicherer psychische Diagnosen jedoch besonders kritisch. Sie wollen sicher sein, dass es sich nicht um eine vorübergehende Krise, sondern um eine dauerhafte, den Beruf erheblich einschränkende Erkrankung handelt.

Entscheidend sind deshalb eine gesicherte fachärztliche Diagnose, ein ärztliches Attest, ein dokumentierter Behandlungsverlauf mit Therapie und gegebenenfalls Medikamenten sowie eine genaue Beschreibung, welche beruflichen Tätigkeiten dir aufgrund der Depression nicht mehr möglich sind. Damit die Berufsunfähigkeit anerkannt wird, muss der Versicherte diesen Zusammenhang belegen. Je lückenloser dieser Nachweis, desto reibungsloser läuft der Leistungsantrag. Ein ärztliches Gutachten spielt dabei oft eine zentrale Rolle.

BU mit Depression in der Vorgeschichte abschließen

Deutlich schwieriger ist der Fall, wenn bereits eine Depression diagnostiziert wurde und du dich erst danach absichern willst. Der Versicherer bewertet die Depression dann als eine der psychischen Vorerkrankungen und prüft den Antrag besonders genau. Für Versicherungsnehmer mit psychischen Vorerkrankungen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung deshalb schwerer zu bekommen. Je nach Verlauf sind ein Beitragszuschlag, ein Ausschluss für psychische Erkrankungen oder eine Ablehnung möglich.

Wie streng die Prüfung ausfällt, hängt vor allem von der Schwere und dem zeitlichen Abstand ab. Eine einmalige, ambulant behandelte leichte Episode, die einige Jahre zurückliegt, bewerten Versicherer milder als wiederholte Episoden oder einen stationären Klinikaufenthalt. Als grobe Orientierung gilt: Nach etwa fünf bis zehn beschwerdefreien Jahren ohne erneute Behandlung stehen die Chancen auf einen Vertrag deutlich besser.

Beantworte die Gesundheitsfragen dabei immer vollständig und wahrheitsgemäß. Verschweigst du eine Depression, kann der Versicherer im Leistungsfall vom Vertrag zurücktreten und die Zahlung verweigern (vorvertragliche Anzeigepflicht). Der sicherste Weg ist eine anonyme Risikovoranfrage, bei der eine mögliche Ablehnung nicht aktenkundig wird und dir bei anderen Anbietern nicht schadet. Klappt der reguläre Schutz nicht, kann eine Absicherung ohne umfangreiche Gesundheitsfragen oder eine Grundfähigkeitsversicherung eine Alternative sein.

Vorsicht: Ausschluss für psychische Erkrankungen

Der wichtigste Punkt beim Abschluss: Enthält dein Vertrag einen Ausschluss für psychische Erkrankungen, zahlt die Versicherung selbst bei einer später auftretenden Depression nicht. Weil genau diese Erkrankungen der häufigste Leistungsgrund sind, solltest du einen solchen Ausschluss unbedingt vermeiden. Achte schon beim Vergleich darauf, dass die Psyche vollständig mitversichert ist, und lass dich nicht allein vom günstigsten Beitrag leiten.

Anspruch auf die BU-Rente durchsetzen

Hast du bereits eine Police und wirst wegen einer Depression berufsunfähig, kommt es im Leistungsfall auf gute Unterlagen an. Für den Anspruch auf die BU-Rente musst du belegen, dass die Depression deine berufliche Leistungsfähigkeit erheblich und über einen längeren Zeitraum beeinträchtigt. Lehnt der Versicherer ab oder verzögert die Zahlung, ist das nicht das letzte Wort. Gerade bei psychischen Erkrankungen halten viele Ablehnungen einer genauen Prüfung nicht stand. Welche Rechte du dann hast, liest du unter BU zahlt nicht.

Hinweis: Dieser Ratgeber ist keine medizinische Beratung und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Hilfe. Es geht um die versicherungsrechtliche Seite: wann die Berufsunfähigkeitsversicherung bei einer Depression leistet und wie du dich absicherst. Wenn es dir seelisch schlecht geht, wende dich an deinen Arzt, die Telefonseelsorge oder die Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Fazit: Depression und Berufsunfähigkeit

Eine Depression ist als psychische Erkrankung der häufigste Grund für Berufsunfähigkeit und ein realistischer Leistungsgrund. Ob Berufsunfähigkeit vorliegt, entscheidet nicht die Diagnose allein, sondern der Schweregrad und die konkrete Einschränkung deiner Arbeit über mindestens sechs Monate. Wer noch gesund ist, sichert sich früh mit einem Tarif ohne Psyche-Ausschluss ab. Wer bereits betroffen war, klärt seine Chancen mit einer anonymen Risikovoranfrage und dokumentiert im Ernstfall lückenlos.

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Häufige Fragen

Zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung bei Depression?
Ja, wenn die Depression dich voraussichtlich sechs Monate zu mindestens 50 Prozent an deinem Beruf hindert, fachärztlich belegt ist und dein Vertrag psychische Erkrankungen nicht ausschließt.
Bekomme ich mit einer Depression in der Vorgeschichte noch eine BU?
Kurz nach der Behandlung ist es schwierig. Nach etwa fünf bis zehn beschwerdefreien Jahren ohne erneute Behandlung steigen die Chancen deutlich. Eine anonyme Risikovoranfrage zeigt dir vorab deine Optionen.
Warum darf mein Tarif keinen Psyche-Ausschluss haben?
Weil psychische Erkrankungen der häufigste Leistungsgrund sind. Mit einem Ausschluss zahlt die Versicherung bei einer späteren Depression nicht, obwohl genau dieses Risiko am wahrscheinlichsten ist.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, GDV-Ursachenstatistik

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