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Berufsunfähigkeit: anerkannte Krankheiten und BU-Grad

Berufsunfähigkeit: anerkannte Krankheiten und BU-Grad
Fester Katalog
Nein
Leistung ab
50 % BU-Grad
Häufigste Ursache
Psyche ~36 %

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt keinen offiziellen Katalog anerkannter Krankheiten. Entscheidend für die Berufsunfähigkeit ist nicht die Diagnose, sondern wie stark sie deinen Beruf einschränkt.
  • Die BU leistet, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich sechs Monate zu unter 50 Prozent ausüben kannst (BU-Grad ab 50 Prozent).
  • Häufigste Ursachen sind psychische Erkrankungen (~36 %), Erkrankungen des Bewegungsapparates (~18 %) und Krebs (~17 %).
  • Ob eine Erkrankung zur Berufsunfähigkeit führt, beurteilt der Versicherer im Einzelfall, oft mithilfe von Arzt und Gutachter.

Viele suchen nach einer Liste anerkannter Krankheiten für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Die gibt es so nicht, und das ist sogar gut für dich: Nicht die Diagnose entscheidet über die Berufsunfähigkeit, sondern die konkrete Auswirkung auf deinen Beruf. Hier erfährst du, wie der Grad der Berufsunfähigkeit bestimmt wird, welche Erkrankungen am häufigsten zur Berufsunfähigkeit führen und wie die Beurteilung im Einzelfall abläuft.

Tipp: Wie viel Rente du absichern solltest, zeigt dir der BU-Rechner in 30 Sekunden.

Warum es keinen Katalog anerkannter Krankheiten gibt

Keine Erkrankung führt automatisch zur Berufsunfähigkeit. Ob du berufsunfähig bist, hängt von den konkreten Auswirkungen auf deine berufliche Tätigkeit ab. Dieselbe Diagnose kann bei zwei Menschen völlig unterschiedlich wirken, deshalb prüft die Versicherung immer den individuellen Einzelfall statt eine feste Liste. Genau darin liegt die Stärke der privaten BU: Sie schaut auf deinen Beruf, nicht auf eine Tabelle.

Wann bin ich berufsunfähig? Der Grad der Berufsunfähigkeit

Die meisten Versicherungsbedingungen definieren Berufsunfähigkeit so: Du kannst deinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate zu unter 50 Prozent ausüben. Der Grad der Berufsunfähigkeit wird in Fünfer- oder Zehnerschritten bestimmt und liegt zwischen 50 und 100 Prozent. Ab einem BU-Grad von 50 Prozent besteht Anspruch auf die volle vereinbarte BU-Rente. Einen abgestuften Teilanspruch wie bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente gibt es in der privaten BU nicht.

Die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit (Tabelle)

Häufigste Ursachen der Berufsunfähigkeit in Deutschland (gerundet)
Ursache Anteil
Psychische Erkrankungen (Depression, Burnout, Angststörung) ~36 %
Erkrankungen des Bewegungsapparates (Arthrose, Bandscheibenschaden) ~18 %
Krebs und bösartige Erkrankungen ~17 %
Unfälle ~7 %
Herz- und Gefäßerkrankungen ~6 %

Auffällig: Zwei der drei häufigsten Ursachen, psychische Erkrankungen und Krebs, treffen jeden Beruf, egal ob Büro oder Baustelle. Die BU ist deshalb keine reine Handwerker-Versicherung.

Beispiele: dieselbe Diagnose, unterschiedliches Ergebnis

Ob eine Erkrankung zur Berufsunfähigkeit führt, zeigt sich am besten an Beispielen. Entscheidend ist immer der Beruf:

  • Bandscheibenschaden: Ein Handwerker auf dem Bau ist damit oft berufsunfähig, eine Büroangestellte kann meist weiterarbeiten.
  • Arthrose der Hand: Für eine Chirurgin oder einen Zahnarzt das berufliche Aus, für viele andere Berufe kaum relevant.
  • Kleiner Sehverlust: Ein Pilot verliert seine Tauglichkeit, ein Lagerarbeiter kaum.
  • Bänderriss im Knie: Ein Profi-Fußballer ist berufsunfähig, ein Sachbearbeiter nicht.

Wie wird die Berufsunfähigkeit festgestellt?

Für die Beurteilung sind zwei Dinge zentral: dein Gesundheitszustand und deine berufliche Tätigkeit. Der Versicherer verlangt ärztliche Befunde, oft schaltet er zusätzlich einen Gutachter ein. Genauso wichtig sind deine eigenen Angaben zum Beruf: Welche Aufgaben, welche Belastungen, welcher Zeitanteil? Je konkreter du die Auswirkungen der Erkrankung auf deinen Arbeitsalltag beschreibst, desto klarer lässt sich der Grad der Berufsunfähigkeit bestimmen. Wird der Antrag abgelehnt, hilft dir BU zahlt nicht weiter.

Was das für deinen Schutz bedeutet

Weil die Diagnose zweitrangig ist, kommt es auf gute Bedingungen an: Verzicht auf die abstrakte Verweisung, eine starke Nachversicherungsgarantie und eine faire Berufseinstufung. Hast du bereits eine Diagnose, prüfe deine Chancen mit einer anonymen Risikovoranfrage. Mehr zu den Grundlagen unter Berufsunfähigkeit und ist eine BU sinnvoll?

Wie hoch sollte deine BU-Rente sein?

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Häufige Fragen

Gibt es eine offizielle Liste anerkannter Krankheiten?
Nein. Entscheidend ist nicht die Diagnose, sondern ob die Erkrankung dich voraussichtlich sechs Monate zu mindestens 50 Prozent an deinem zuletzt ausgeübten Beruf hindert.
Ab welchem Grad der Berufsunfähigkeit zahlt die Versicherung?
Ab einem BU-Grad von 50 Prozent. Dann besteht Anspruch auf die volle vereinbarte BU-Rente, eine anteilige Zahlung darunter gibt es nicht.
Welche Krankheit führt am häufigsten zur Berufsunfähigkeit?
Psychische Erkrankungen wie Depression, Burnout und Angststörung mit rund 36 Prozent, gefolgt von Erkrankungen des Bewegungsapparates und Krebs.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, GDV-Ursachenstatistik

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