Das Wichtigste in Kürze
- Polizeibeamte tragen ein hohes Risiko dienstunfähig zu werden, durch körperliche Belastung, Einsätze und psychische Folgen.
- Die Besonderheit ist die spezielle Polizeidienstunfähigkeit: Du kannst polizeidienstunfähig sein, obwohl du allgemein noch arbeiten könntest.
- Eine Dienstunfähigkeitsversicherung für Polizisten braucht deshalb eine spezielle DU-Klausel, nicht nur eine allgemeine.
- Vor allem Anwärter und junge Beamte stehen ohne private Absicherung weitgehend ungeschützt da.
Polizistinnen und Polizisten gehen für die Sicherheit anderer ein hohes Risiko ein, oft auf Kosten der eigenen Gesundheit. Bei der Absicherung gilt für sie eine wichtige Sonderregel. Hier erfährst du, was Polizeidienstunfähigkeit bedeutet, warum die spezielle DU-Klausel entscheidend ist und worauf du beim Abschluss achten musst.

Warum Polizisten besonders gefährdet sind
Schichtdienst, körperliche Auseinandersetzungen, Unfälle im Einsatz und die psychische Belastung durch belastende Einsätze führen bei Polizeibeamten überdurchschnittlich oft zu gesundheitlichen Einschränkungen. Schon der Verlust einzelner Fähigkeiten, die der Polizeidienst zwingend verlangt, kann das berufliche Aus bedeuten.
Allgemeine und spezielle Dienstunfähigkeit
Bei Polizisten gibt es zwei Stufen, das ist der entscheidende Unterschied zu anderen Beamten:
Du kannst gar keinen Dienst mehr leisten, auch keine andere beamtenrechtliche Tätigkeit. Das ist die hohe Hürde wie bei allen Beamten.
Du erfüllst die besonderen gesundheitlichen Anforderungen des Polizeivollzugsdienstes nicht mehr, könntest aber theoretisch eine andere Tätigkeit ausüben. Schon das macht dich polizeidienstunfähig.
Genau hier liegt das Problem: Wirst du polizeidienstunfähig, droht eine Versetzung in den Innendienst oder eine andere Verwaltungstätigkeit, statt einer vollen Versorgung. Eine private Versicherung muss diesen Fall ausdrücklich abdecken.
Die spezielle DU-Klausel ist Pflicht
Eine reine allgemeine DU-Klausel leistet erst, wenn du gar keinen Dienst mehr ausüben kannst. Für Polizisten ist eine spezielle Dienstunfähigkeitsklausel nötig, die schon bei festgestellter Polizeidienstunfähigkeit zahlt, unabhängig von einer Versetzung.
Welche Absicherung erhalten Polizisten vom Staat?
Wie bei allen Beamten entsteht ein Ruhegehaltsanspruch erst mit der Verbeamtung auf Lebenszeit und auch dann erst nach fünf Dienstjahren, das volle Ruhegehalt nach rund 40 Jahren. Anwärter im Vorbereitungsdienst haben praktisch keinen Anspruch. Bei einer Versetzung wegen Polizeidienstunfähigkeit bleibt zwar oft das Gehalt, der Verlust des eigentlichen Berufs und mögliche Einbußen werden aber nicht ausgeglichen. Die private DU-Versicherung schließt diese Lücke.
Worauf du beim Abschluss achten solltest
- Spezielle Polizeidienstunfähigkeitsklausel ohne einschränkende Bedingungen.
- Früher Abschluss als Anwärter oder junger Beamter, das senkt Beitrag und Annahmehürden.
- Ausreichende Rentenhöhe und Nachversicherungsgarantie für spätere Beförderungen.
- Verzicht auf abstrakte Verweisung auch im allgemeinen Teil des Tarifs.
Wie hoch sollte die Rente sein und was kostet sie?
Plane die monatliche Rente so, dass sie deinen Lebensstandard sichert, falls du den Polizeidienst aufgeben musst, als Orientierung gelten rund 60 bis 80 Prozent deines Nettoeinkommens. Der Beitrag richtet sich nach Eintrittsalter, Gesundheitszustand und Laufbahn. Wichtig: Schließe möglichst früh als Anwärter oder junger Beamter ab, dann ist der Beitrag niedrig und es gibt kaum Vorerkrankungen, die den Abschluss erschweren. Lass dich zur Dienstunfähigkeitsversicherung von jemandem beraten, der die spezielle Polizeidienstunfähigkeitsklausel und die Bedingungen der Anbieter genau kennt. So stellst du sicher, dass im Fall der Dienstunfähigkeit wirklich die vereinbarte Rente gezahlt wird.
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Was bei der Polizeidienstunfähigkeit zählt
Polizisten können polizeidienstunfähig werden, obwohl sie für andere Tätigkeiten noch gesund genug wären, etwa wenn das Sehvermögen, die Reaktionsfähigkeit oder die körperliche Belastbarkeit für den Vollzugsdienst nicht mehr reichen. Statt voller Versorgung droht dann die Versetzung in den Innendienst. Eine reine allgemeine Dienstunfähigkeitsklausel hilft hier nicht, sie greift erst, wenn gar kein Dienst mehr möglich ist.
Für Polizisten entscheidet ein einziges Wort im Vertrag: speziell. Ohne die spezielle Klausel bleibt die größte Lücke offen.
Dennis Becker, BU-Experte
Bestehe auf einer speziellen Polizeidienstunfähigkeitsklausel, die schon bei festgestellter Polizeidienstunfähigkeit leistet, unabhängig von einer Versetzung in den Innendienst.
Polizeidienstunfähigkeit und allgemeine Dienstunfähigkeit
Für Polizisten gilt eine Besonderheit: Schon die Polizeidienstunfähigkeit reicht für die Versetzung in den Ruhestand. Nach dem Bundespolizeibeamtengesetz bist du polizeidienstunfähig, wenn deine volle Verwendungsfähigkeit für den Vollzugsdienst aus gesundheitlichen Gründen nicht innerhalb von zwei Jahren wiederhergestellt werden kann. Über diese Gründe der Dienstunfähigkeit entscheidet der Dienstherr auf Basis eines amtsärztlichen Gutachtens. Wichtig ist der Unterschied zur allgemeinen Dienstunfähigkeit: Ein Polizist, der einen Finger der Schießhand verliert, ist polizeidienstunfähig, weil der Streifendienst nicht mehr möglich ist, aber nicht zwingend allgemein dienstunfähig, weil eine Verwaltungstätigkeit noch denkbar wäre. Genau deshalb muss deine Versicherung die spezielle Polizeidienstunfähigkeit ausdrücklich einschließen.
Warum der Beamtenstatus über die Leistung entscheidet
Ob und wie viel du vom Staat bekommst, hängt von deinem Status ab. Ein Beamter auf Widerruf im Vorbereitungsdienst erhält bei Dienstunfähigkeit ohne Dienstunfall in der Regel kein Ruhegehalt. Auch ein Beamter auf Probe geht meist leer aus und wird lediglich in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Erst der Beamte auf Lebenszeit hat nach fünf Dienstjahren einen Anspruch auf Ruhegehalt, das volle erst nach rund 40 Jahren. Wirst du als Beamter auf Widerruf oder als Beamter auf Probe polizeidienstunfähig, droht also eine große Versorgungslücke. Die private Dienstunfähigkeitsversicherung zahlt dann die vereinbarte Leistung, unabhängig davon, ob dir der Dienstherr ein Ruhegehalt gewährt.
Echte DU-Klausel: So zahlt der Versicherer wirklich
Damit dein Versicherer im Ernstfall ohne Diskussion leistet, brauchst du eine echte Dienstunfähigkeitsklausel mit spezieller Polizeidienstunfähigkeit. Sie sorgt dafür, dass der Versicherer die Versetzung in den Ruhestand durch den Dienstherrn anerkennt und die Leistung erbringt, ohne selbst noch einmal eine Berufsunfähigkeit zu prüfen. Ohne diese Klausel kann es passieren, dass du polizeidienstunfähig bist, der Versicherer aber nicht zahlt. Achte außerdem darauf, dass die Leistung bis zum 67. Lebensjahr läuft und eine Nachversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich ist.
Häufige Gründe für Polizeidienstunfähigkeit
Die häufigsten Gründe der Dienstunfähigkeit bei Polizisten sind psychische Erkrankungen wie posttraumatische Belastungsstörungen nach belastenden Einsätzen, dazu Erkrankungen des Bewegungsapparats durch körperliche Belastung und Schichtdienst sowie Unfälle im Einsatz. Schon der Verlust einzelner Fähigkeiten, die der Vollzugsdienst zwingend verlangt, etwa das sichere Führen der Dienstwaffe oder die volle körperliche Belastbarkeit, kann zur Polizeidienstunfähigkeit führen. Wird ein Polizist aus diesen Gründen in den Ruhestand versetzt, greift die private Absicherung und zahlt die vereinbarte Rente.
Was kostet die Absicherung für Polizisten?
Der Beitrag hängt von Eintrittsalter, Gesundheitszustand und Laufbahn ab. Junge Anwärter und Beamte auf Widerruf sichern sich besonders günstig ab, oft schon für einen niedrigen zweistelligen Betrag im Monat. Weil Polizisten im Vollzugsdienst ein erhöhtes Risiko tragen, lohnt sich der frühe Abschluss doppelt: Du sicherst niedrige Beiträge und einen guten Gesundheitszustand, bevor mögliche Erkrankungen aus den Gründen einer späteren Dienstunfähigkeit den Abschluss erschweren. Vergleiche mehrere Versicherer, denn nur wenige Tarife schließen die spezielle Polizeidienstunfähigkeit voll ein. Besonders wichtig ist der Schutz für junge Beamte auf Widerruf und auf Probe, die noch keinen Anspruch auf Ruhegehalt haben.
Polizeidienstunfähigkeit: schon kleine Einschränkungen genügen
Für Polizisten gelten strengere Maßstäbe als für andere Beamte. Schon der Verlust kleiner körperlicher oder psychischer Fähigkeiten kann dazu führen, dass ein Polizist dienstunfähig wird, weil der volle Polizeivollzugsdienst hohe Anforderungen an den körperlichen und psychischen Zustand stellt. Diese besondere Polizeidienstunfähigkeit (PDU) liegt oft schon vor, wenn ein normaler Beamter noch lange nicht dienstunfähig wäre.
Damit deine Versicherung in diesem Fall zahlt, brauchst du eine spezielle PDU-Klausel. Eine normale Berufsunfähigkeitsversicherung greift hier nicht zuverlässig. Achte darauf, dass der Tarif an die Entscheidung des Dienstherrn anknüpft: Versetzt dich der Dienstherr aufgrund der Polizeidienstunfähigkeit in den Ruhestand, soll die volle Rente fließen, oft schon wenn keine Aussicht besteht, dass du innerhalb von sechs Monaten wieder dienstfähig wirst.
Besonders wichtig für Polizeianwärter
In der Ausbildung trägst du das größte finanzielle Risiko. Wird ein Polizeianwärter aufgrund gesundheitlicher Probleme entlassen, gibt es kaum staatliche Absicherung. Eine Dienstunfähigkeitsversicherung für Polizeianwärter, die bereits die PDU-Klausel enthält, schließt dieses finanzielle Risiko und sollte den Anwärter, den Beamten auf Probe und den Beamten auf Lebenszeit gleichermaßen absichern.
Häufige Fragen
Was ist Polizeidienstunfähigkeit?
Welche Klausel brauchen Polizisten?
Brauchen Polizeianwärter schon eine Absicherung?
Stand: Juni 2026. Regelungen je nach Bund und Land unterschiedlich, ohne Gewähr. Erstellt und geprüft von Dennis Becker, BU-Experte.
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